Ortschronik
Im Jahr 1998 erschien mit Bayerdilling und Wächtering – Geschichte zweier Dörfer am unteren Lechrain ein Heimatbuch, das jahrelange Forschungsarbeit in einem umfassenden Werk vereint. Auf 320 Seiten und mit 555 Abbildungen dokumentiert Adalbert Riehl die Geschichte zweier Dörfer, deren Wurzeln weit ins frühe Mittelalter reichen – und deren Schicksal eng mit der bewegten Geschichte der Lechrain-Region verknüpft ist.
Entstehung des Buches
Die Ortschronik entstand aus dem Wunsch heraus, das historische Gedächtnis zweier Gemeinden zu bewahren, bevor es unwiederbringlich verloren geht. Adalbert Riehl, selbst aus der Region stammend, sichtete über viele Jahre Archivbestände, Kirchenbücher, Urkunden und private Sammlungen. Das Ergebnis ist ein Werk, das sowohl den wissenschaftlichen Ansprüchen der Heimatforschung als auch der Lesbarkeit für interessierte Laien gerecht wird – für Familienforscher ebenso wie für alle, die ihre Heimat besser verstehen möchten.
Die Chronik wurde zunächst als gedrucktes Buch veröffentlicht und später in vollem Umfang auf dieser Website zugänglich gemacht, um möglichst vielen Menschen – auch außerhalb der Region und im Ausland lebenden Nachkommen – den Zugang zur Geschichte ihrer Heimat zu ermöglichen.
Kapitelübersicht
Vorgeschichte und Siedlungsanfänge
Das Buch beginnt mit der Frühgeschichte der Region: der keltischen und römischen Besiedlung entlang des Lechs, dem Einfluss der Alemannen und schließlich der bairischen Landnahme. Der Name Bayerdilling verweist auf eine frühe Ing-Siedlung, die bereits im 6. Jahrhundert gegründet worden sein dürfte. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1147.
Das Kastenamt Tulgen und die Hofmark Bayerdilling
Ein zentrales Kapitel widmet sich der mittelalterlichen Verwaltungsgeschichte. Im Jahr 1214 war Bayerdilling Sitz eines wittelsbachischen Kastenamts – eine Funktion, die um 1250 an Rain am Lech überging. Die Entwicklung der Hofmark vom 14. bis ins 19. Jahrhundert wird anhand von Originalquellen nachgezeichnet.
Wächtering und seine Höfe
Wächtering, heute ein Stadtteil von Rain am Lech (eingemeindet am 1. Januar 1975), besaß eine eigene bäuerliche Struktur, die das Kapitel über die Höfe eingehend beleuchtet. Hofbesitzer, Erbfolgen und wirtschaftliche Verhältnisse werden über Generationen hinweg verfolgt.
Landwirtschaft, Gewerbe und Alltagsleben
Von Ackerbau und Viehzucht bis hin zu Handwerk und lokalem Gewerbe – dieser Abschnitt zeichnet ein lebendiges Bild des ländlichen Alltags vergangener Jahrhunderte. Wie lebten die Menschen? Was bauten sie an, womit verdienten sie ihren Lebensunterhalt?
Die alten Anwesen
Ein besonders wertvoller Teil für Familienforscher und Genealogen: Die detaillierte Erfassung aller alten Anwesen in Bayerdilling und Wächtering – mit Angaben zu Besitzern, Übergaben und baulichen Veränderungen. Die Anwesen sind nummeriert und ermöglichen gezielte Recherchen zur eigenen Familiengeschichte.
Vereinsleben und Gemeinschaft
Die Freiwilligen Feuerwehren von Bayerdilling und Wächtering gehören zu den ältesten und prägendsten Institutionen der Dörfer. Das Buch würdigt ihr Wirken im Kontext der Dorfgemeinschaft.
Neuere Entwicklungen
Abschließend blickt die Chronik auf die jüngere Geschichte: den Wandel der Dörfer im 20. Jahrhundert, den Bau neuer Häuser und die Veränderungen durch Mechanisierung, Motorisierung und schließlich die Eingemeindung nach Rain am Lech.
Das Buch als Nachschlagewerk
Wer nach Vorfahren aus Bayerdilling oder Wächtering sucht, findet in dieser Chronik ein unschätzbares Hilfsmittel. Die Kombination aus Orts- und Familiengeschichte, ergänzt durch hunderte historische Fotografien und Dokumente, macht das Werk zu einem Standardwerk der regionalen Heimatkunde. Weiterführende Informationen zur Genealogie im Lechrain bietet auch das Genealogienetz (GenWiki) sowie die Bayerische Bibliographie, wo das Buch unter der Signatur BV012396399 verzeichnet ist.