Die alten Bayerdillinger Anwesen, Nummern 1 - 45

Hinweise:
Der Beitrag zu jedem einzelnen Anwesen gliedert sich in Erläuterung zum Hausnamen, Besitzerfolge und Mitteilung der wichtigsten Baumaßnahmen.
Soweit von der derzeitigen Besitzern zur Verfügung gestellt, wird jede Hofstelle zusätzlich durch ein Bild illustriert.

Nummer 1 - Untermühle

Der Hausname veränderte sich in den vergangenen 200 Jahren nicht; die untere Mühle ist schon im 13. Jahrhundert (Herzogsurbar) nachweisbar. Um 1644 ist jedoch von „Dorf-“ und „Eselmühle“ die Rede, wobei die Zuordnung zu Außer- und Untermühle nicht nachweisbar ist.

1810 ist der Besitz von Joseph Modlmayr wie folgt beschrieben: Die untere Mühl, ¼ Gut und Mahlmühlgerechtigkeit sowie der ¼ „unbezimmerte“ Pestbauernhof (Nr. 24). Am 10.1.1823 übergibt Joseph Modlmayr an Sohn Kaspar im Wertanschlag zu 10 400 fl das ¼ Müllergut, den ¼ Pestbauernhof mit 17 ½ Jauchert und 1 Feldhub mit 9 Jauchert sowie den noch bestehenden Komplex vom zertrümmerten Hofbauernhof mit Wohn- und Austragshaus (Nr. 16). Die Witwe Sabina Modlmayr (geb. Kramer, von Nr. 46) seit 1838 Eigentümerin, räumte am 12.10.1839 ihrem 2. Ehemann Philipp Wünsch (von Nr. 14) das Miteigentum ein. Nach dessen Tod wurden die Witwe Sabina Wünsch und ihr Sohn Joseph Wünsch gemeinsam Besitzer (2.5.1855). Zum auf 27 978 fl geschätzten Anwesen mit über 82 Jauchert gehörten unter anderem „Ausbrüche“ (Käufe bei Hofzertrümmerungen) aus dem Hofbauern-, dem Broschbauern-, dem Jungbauernhof sowie dem Davidbauernhof in Wächtering. Am 30.10.1862 wurde der Hof an Michael Modlmair (Sohn aus der 1. Ehe) und dessen Braut Marianna Oßwald (von Nr. 25) übergeben. Michael Modlmair, seit dem Tod seiner Frau (29.3.1875) Alleineigentümer, konnte den Hof nicht halten. Im Zwangsversteigerungsverfahren erwarb am 27.10.1881 Schwager Josef Oßwald, Bauer in Bayerdilling, den Hof und gab am 28.5.1883 je einen Drittelanteil an die Handelsleute Isaak Luchs und Salamon Horn von Buttenwiesen ab. Die drei Beteiligten zertrümmerten das Anwesen und tauschten am 7.6.1883 die Hofstätte mit Restbesitz an Ludwig Würth von Donauwörth gegen Nr. 408 in Donauwörth. Die Witwe Kunigunda Würth, Eigentümerin seit 19.12.1895, übergab am 1.7.1919 an Sohn Jakob Würth und dessen Braut Walburga Bruglachner (von Nr. 46). Etwa 1954 erfolgte die Übergabe an Sohn Ludwig Würth, der 1962 das Getreidesilo baute und im Frühjahr 1972 den Betrieb in der neuen Toastbrot-Fabrik aufnahm. Am 18. Juli 1975 brannte es in der Fabrik, 1976 mußte der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Die Felder wurden an verschiedene Landwirte, der Komplex selbst an die Schilcher-Mühle, Neuburg, und von dieser um 1980 an die Firma Reichenspurner-Recycling verkauft. Ansiedlungspläne dieses chemischen Betriebes scheiterten insbesondere am Widerstand der Bayerdillinger. Reichenspurner verkaufte um 1984 den östlichen Teil (Wohngebäude und Getreidesilo) an den Studienkreis und den westlichen Teil mit Brotfabrik an das Milchwerk Egenberger, Thierhaupten (heute Seidenschwan).

Größere Baumaßnahmen waren außerdem: Wohnhaus und Mühle 1906, Ökonomiegebäude 1911, Scheune 1937 und Wiederaufbau der Mühle nach Brand 1938.

Nummer 2 - Giges

Der Hausname gehörte 1765 zur Nr. 23 (Eigentümer Lanz), 1810 kam er nicht vor. Vermutlich zogen die Lanz in der Zwischenzeit hierher, denn 1810 ist auf Nr. 2 dieser Familienname zugleich als Hausname festgehalten. Spätestens hatte sich der Hausname „Giges“ 1830 für Nr.2 eingebürgert. „Gigkes“ ist ein altes (verächtliches) Wort für Branntwein, „Gigker“ wurde der Sauerteig genannt.

Am 2.11.1810 übergab Johann Lanz das „Lanzen 1/32 Gütl“ an die Tochter Katharina und deren Bräutigam Xaver Bux. Die Witwe Katharina Bux, seit 1846 Alleineigentümerin, übergab am 8.5.1848 an Tochter Theresia Bux und deren Bräutigam Georg Edmund Hirschbeck von Münster. Am 27.3.1872 wurde durch Muttergutsvertrag der Witwer Georg Edmund Hirschbeck Besitzer, der seiner 2. Frau Marianne Failer von Gempfing das Miteigentum einräumt. Im Tausch gegen Anwesen Nr. 20 wurden am 11.3.1879 Alois und Margarethe Deininger neue Besitzer (Wertanschlag 5000 fl). Als Alois Deininger fünfeinhalb Monate später starb, erbte die Witwe den Besitz; sie übergab am 12.7.1882 an Sohn Alois Deininger und dessen Braut Viktoria Eitelhuber von Pöttmes. Am 19.5.1920 übernahmen Tochter Viktoria Deininger und Bräutigam Vinzenz Fischer von Sallach und am 30.10.1951 deren Sohn Vinzenz Fischer jun. und Frau Anna Gütl (von Nr. 50). 1987 wurde an Sohn Rudolf Fischer und Frau Magdalena, geb. Hofgärtner, übergeben.

Größere Baumaßnahmen waren Stallanbau 1906, Reparatur Ökonomiegebäude 1913, wohnhausneubau 1930, Neubau Scheune und Ausbau von Ställen 1955 sowie Maschinenhalle 1967.

Nummer 3 - Graner

Der alte Hausname „Lendelhans“ verlor sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; 1862 ist es noch im Steuerkataster eingetragen. Der heutige Hausname dürfte im Volksmund schon ab 1826 (Kauf durch den „Graner“ Reißner, bisher Überacker) verwendet worden sein.

Der große Dorfbrand ist am 7. Mai 1754 in diesem Haus, damaliger Besitzer Hanns Prigglmayr, ausgekommen. Am 7. September 1784 heiratete Joseph Nieß in den Hof ein; er übernahm vom Schwiegervater um 500 fl und besaß 1810 das 1/32 Gütl „mit gemauertem Wohnhaus und hölzernem Stadel und Stallung unter einem Dach sowie die personelle Weberkonzession“. Seine Witwe übergab am 17.2.1816 an den Sohn Benedikt Nieß, der am 13.5.1826 um 846 fl an Martin Reißner verkaufte. Seither ist der Hof in fünfter Generation im Familienbesitz. Die weiteren Übergaben jeweils an den Sohn waren: 29.1.1840 Jakob Reißner, 19.5.1888 Benedikt Reißner und dessen Braut Walburga Zinnagl (von Nr. 36), 23.1.1928 Alois Reißner und Braut Kreszenz Kammerer von Wächtering (Nr. 21) und 1962 an Alois junior und Frau Waltraud (geb. Kratzer, aus Münster).

Die wichtigsten Baumaßnahmen waren die Erneuerung des Wohnhauses auf alten Grundmauern 1924, Erweiterung der Scheune und Einbau eines Schweinestalles 1935, Pkw-Garage 1956 sowie Maschinenhalle und Keller 1965. Seit 1978 ist das alte Haus unbewohnt (Neubau: Sallacher Straße 16).

Nummer 4 - Heich

Der Hausname, unverändert seit 1810 vorhanden, verlor sich mit der Umsiedlung von Josef Stepperger 1948 an die Rainer Straße.

Am 7. Mai 1754 (großer Brand) besaß Joseph Zieget das Kleinanwesen. Am 15.1.1795 übernahm Veit Meir das Gütl von Stiefvater Joseph Zieget um 500 fl; 1810 bestand die Hofstelle aus einem halb gemauerten, halb hölzernen Wohnhaus mit daran gebauten hölzernen Stadel und Stall. Die Witwe von Meir verkaufte am 27.9.1825 an Johann Kastl von Reicherstein um 650 fl, dieser veräußerte den Hof bereits am 13.7.1832 um 805 fl an Martin Weiler. Am 27.11.1857 übernahmen Sohn Simon Weiler und Braut Monika Stadler für 1500 fl. Der Vater kaufte 1859 die Nr. 54. Die Familie Weiler verkaufte am 1.5.1876 um 3900 M an Alois und Johanna Lutz aus Wächtering. Am 2.3.1921 erwarb die Bayer. Siedlungs- und Landbank München um 53 500 M (Inflation), verkaufte nach Grundstücksabtrennungen am 19.4.1921 an Johann und Genovefa Bauch um 20.000 M und kaufte bereits am 1.12.1921 um 28 587 M zurück. Am 13.12.1921 ging das Anwesen für 33 500 M an Josef und Philomena Stepperger, bisher auf Nr. 7. Stepperger hatte nun jahrzehntelang zwei Hausnamen - den von Nr. 7 und den von Nr. 4. So entstand der Reim: „Der Bäudl und der Heich, die sehen einander gleich“. Bei der Aussiedlung an die Rainer Straße nahm Stepperger 1948 die Nr. 4 mit. Das Hofgrundstück erwarben am 16.3.1949 Alois und Kreszenz Reißner (Nr. 3) um 400 M und bauten 1950 das Haus neu, das erst 1962 als „Austrag“ bezogen, gleichzeitig aber mit dem Hof an Alois jun. übereignet wurde. 1989 bis 1992 folgten Umbau und Erweiterung durch Sohn Werner Reißner.

Nummer 5 - Hasen

Der Hausname ist seit 200 Jahren unverändert, abgeleitet vom Tiernamen, mundartlich gesprochen „Hos“.

Am 7.5.1754 war Regina Träcklmüller Hofbesitzerin. Am 28.10.1793 übernahm Alois Brücklmayer das Anwesen um 450 fl von seinen Eltern. 1810 bestand ein halbgemauertes Wohnhaus mit hölzernem Stadel und Stallung unter einem Dach. Nach Brücklmayer ging der Hof sehr rasch durch mehrere Hände: am 13.6.1835 an Alois Gerstmayr, am 7.11.1835 an Georg Mayr, am 21.8.1838 an Jakob Dekinger und am 22.4.1842 um 1165 fl an Josef Mayer. Seither ist der „Hasen“ ununterbrochen in Familienbesitz. Josef Mayer übergab am 16.6.1866 um 2000 fl an Tochter Theresia (einziges erwachsen gewordenes Kind) und deren Bräutigam Michael Lindermair (von Nr. 70). Theresia Lindermair, seit 1907 verwitwet, übergab am 20.11.1911 an Sohn Josef und dessen Braut Maria Schmid. Der Mann starb 1930, Maria war in zweiter Ehe (1931 - 1935) mit Jakob Hartl verheiratet. Nach dem Tod von Maria Hartl waren seit 5.5.1939 die Kinder Thomas, Franziska, Josef, Michael, Franz Xaver und Johanna in Erbengemeinschaft Eigentümer. Josef Lindermair löste seine Geschwister ab und übernahm mit seiner Braut Viktoria Karmann am 25.3.1947. Sohn Josef Lindermair jun. und Frau Maria, geb. Mergel (von Rohrbach), übernahmen 1975.

Größere Baumaßnahmen waren Stadel- und Rinderstall 1927, Stadelanbau 1933 und Wohnhaus 1965.

Nummer 6 - Postthoma

Der Hausname „Postthoma“ war schon seit 1810 der Nr. 7 (1765: „Blinder Thoma“) zugeordnet. Die Nr. 6 ist als „Baltlhans“ (1765), „Baldelschneider“ (1810) beziehungsweise „Boitel“ (1862) registriert. Beim Tausch von 1902 nahmen die Besitzer der beiden Nachbaranwesen jeweils ihre Hausnamen mit; seither heißt der Besitzer von Nr. 6 „Postthoma“.

Am 7.5.1754 war Hanns Kayser Besitzer des damals abgebrannten Hauses. Joseph Zinnagl hatte Ende des 18. Jahrhunderts durch Käufe von Franz Brucklacher (1781 Grundstücke ohne Haus um 544 fl 48 xr), Elisabeth Mayer (Kauf um 350 fl), Josef Modlmair (14.9.1790 um 80 fl) und Georg Braun (29.3.1783 um 25 fl) das Anwesen vergrößert; 1810 lautete der Beschrieb: „ein gemauertes Wohnhaus mit allein stehendem hölzernem Stadel und Stallung. Am 20.1.1819 übergab Zinnagl um 900 fl an Tochter Franziska und deren Bräutigam Georg Winhard. 1835 heiratete Winhard in zweiter Ehe die Margaretha Sandmair, die - 1859 verwitwet - am 23.6.1869 an den Stiefsohn Alois Winhard und dessen Braut Theres übergab. Am 27.9.1869 ist Alois Winhard nach dem Tod seiner Frau bereits wieder als Alleineigentümer eingetragen, am 13.8.1872 übertrug er das Miteigentum seiner zweiten Frau Theres, geb. Mack. Am 9.9.1889 kaufte Sigmund Kugler um 3800 fl den Hof und gab ihn - nach Wegnahme von Grundstücken - am 1.10.1889 an Alois und Theres Winhard um 2400 fl zurück. Die Eheleute verkauften schließlich am 10.3.1900 endgültig an Mathäus und Franziska Stepperger (bisher Nr. 52). Am 5.7.1902 tauschten Xaver und Kreszenz Maier diesen Hof für 3400 M gegen Nr. 7 ein. Sie veräußerten das Anwesen knapp vier Jahre später, am 28.5.1906 um 5400 M an Johann Wegele von Wengen und dessen Braut Kreszenz Haberle von Etting. Kreszenz, seit 1934 verwitwet, übergab am 18.7.1938 an Sohn Johann Wegele und seine Braut Maria Körner von Etting. Nachdem Johann Wegele im Zweiten Weltkrieg gefallen war, führte Maria den Hof bis zur Übergabe an Sohn Josef Wegele im Jahr 1968.

An Baufällen sind registriert: Stadel, Stall und Remise 1891, Wohnhaus- und Scheunenneubau nach Brand 1907 sowie Erneuerung des Wohnhauses am bisherigen Standort im Jahr 1972.

Nummer 7 - Boitel

Das abgegangene Anwesen Nr. 7 hatte ursprünglich den Hausnamen „Postthoma“ (1810) beziehungsweise „Postanderl“ (1862). Durch den Tausch von 1902 brachte der neue Besitzer den Hausnamen „Boitel“ von Nr. 6 hierher.

Beim Dorfbrand am 7.5.1754 besaß Andreas Schreiner das Haus, 1765 der Thomas Grimm. Am 13.11.1799 heiratete Andreas Deininger ein; seine Frau Barbara Grimm hatte den Hof durch Vertrag mit ihren Geschwistern übernommen (Wert 400 fl). 1810 wurden die Gebäude wie folgt beschrieben: „ein halbgemauertes Wohnhaus mit hölzernem Stadel und Stallung unter einem Dach“. Am 11.10.1836 übergab die Witwe Barbara Deininger an Sohn Michael und dessen Braut Theres Kramer. Michael Deininger heiratete noch zwei weitere Male, 1844 die Afra Jung von Unterpeiching und 1861, inzwischen 59 Jahre alt, die Kreszenz Braun von Wächtering. Michael und Kreszenz Deininger vertauschten den Restkomplex (ohne Felder) um 400 fl am 13.5.1867 mit Michael und Balbina Stiglmayr gegen Nr. 17. Die Stiglmayr verkauften es am gleichen Tag noch zusammen mit einem 1,47 Tagwerk großen Acker für 950 fl an Michael Kramer und dessen Braut Josefa Surrer weiter. Am 2.10.1893 übernahmen Tochter Kreszenz Kramer und deren Bräutigam Xaver Mayer aus Seiboldsdorf, die es am 5.7.1902 im Tauschwege (Wert: 2500 M) an Mathäus und Franziska Stepperger gegen Nr. 6 abgaben. Nach dem Tod von Mathäus (25.9.1911) wurde Franziska durch Vertrag mit den vier Kindern Alleineigentümerin (23.10.1912). Am 31.8.1920 übergab Franziska Stepperger an den Sohn Josef und dessen Braut Philomena Lenk, die am 13.12.1921 die Nr. 4 kauften und am gleichen Tag diese Hofstelle an die Nachbarn Franz und Theresia Girstmair (Nr. 8) verkauften. Die weitere Besitzerfolge ist identisch mit Nr. 8.

Nummer 8 - ehemals Posthans

Der Hausname war seit 1810 - unabhängig vom Vornamen des Besitzers - mit „Posthans“ festgehalten.

Vermutlich brachte ihn Girstmair um 1796 von Nr. 61 hierher, denn im 18. Jahrhundert ist die Bezeichnung „Christeländerl“ festgehalten. Durch den Tausch von 1927 nahm die Familie Girstmair den Hausnamen wieder mit, und zwar auf Nr. 55, während sich für die Nachfolger, die von Nr. 33 kamen, kein Hausname mehr bildete.

Johann Girstmayr ist zwischen 1785 und 1795 Eigentümer geworden (siehe Nr. 61) und hat eine Reihe Felder dazugekauft. Nach seinem Tod heiratete die Witwe Anna Maria, geb. Zieget, den Alois Lindermair von Bayerdilling (Protokoll 11.3.1817). Die Übergabe erfolgte am 26.1.1831 an Anton Girstmayr, sohn aus 1. Ehe, im Wertanschlag zu 800 fl. Die nächste Übergabe ist außergewöhnlich: Sohn Anton übernahm zunächst am 16.3.1868 allein. Am 31.7.1871 heiratete er Margareta Breimair von Bayerdilling. Die Eheleute übergaben am 24.3.1909 an Sohn Franz Girstmair und dessen Braut Theres Weinbaur von Oberpeiching. Am 13.12.1921 kam die Nr. 7 durch Kauf dazu. Unter Einschaltung der Prügelbrauerei Augsburg oHG Leonhard und Michael Gebler gab die Familie am 24.8.1927 das Anwesen für 9000 GM ab und tauschte dagegen für 16 000 GM die Nr. 55 ein (jeweils ohne Inventar). Die Brauerei tauschte am gleichen Tag für 9000 GM an Martin und Rosina Spies, geb. Mair, die dafür die Nr. 33 im Wert zu 5000 GM abgaben. 1960 erfolgte die Übergabe an Sohn Peter Spies und dessen Frau Anneliese, geb. Mießl, die seit dem Tod des Ehemannes 1969 Alleineigentümerin ist.

Größere Baumaßnahmen wurden 1951 (Verlängerung des landwirtschaftlichen Gebäudes und Aufbau Dachstuhl), 1960 (Wohnhausneubau) und 1964 (Vergrößerung und Umbau Stall) durchgeführt. Die zweite Wohnung schufen 1985/86 Sohn Paul Spies und dessen Frau Franziska, geb. Riehl, durch Erweiterung und Aufstockung des Wohnhauses.

Nummer 9 - Jodl

Der Hausname hat sich seit 200 Jahren nicht verändert.

Mathias Huber erwarb den Hof am 14.10.1795 von Elisabetha Mair um 1400 fl, verkaufte aber einen ¾ Jauchert großen Garten 1798 um 400 fl an den Bachbauern Josef Wünsch. 1810 besaß Huber das Gütl „mit halbgemauertem Wohnhaus und besonderen Stadel und Stallung unter besonderem Dach“; er war zweimal verheiratet. Nach seinem Tod heiratete die Witwe Viktoria, geb. Ziegler, den Georg Harlander (28.12.1841) und führte nach dessen Tod (23.3.1858) den Hof noch zwei Jahre weiter. Am 26.4.1860 erfolgte die Übergabe an Sohn Jakob Huber und dessen Braut Rosina Raba im Wertanschlag zu 3.000 fl. Mit Tochter Theres Huber und deren Bräutigam Georg Zach von Gempfing folgte am 14.4.1886 die nächste Generation. Diese wiederum übergaben am 10.5.1926 an Sohn Josef Zach und dessen Frau Maria, geb. Gastl. Das kinderlose Ehepaar starb in einem Abstand von nur fünf Wochen am 22.10.1981 (Maria) und am 28.11.1981 (Josef). Die Erbschaft ging an die Nachkommen des Bruders Georg Zach in Gempfing. Josef Zach, Großneffe des 1981 verstorbenen Besitzers, wohnt mit Frau Elisabeth seit 1987 hier.

1900 war hier der Stadel verlängert worden, acht Jahre später brannte das Ökonomiegebäude ab (13.2.1908) und wurde noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut. Nächste größere Baumaßnahme war dann erst der Neubau des 1987 fertiggestellten Wohnhauses.

Nummer 10 - Davidl

Der Hausname ist seit 1810 unverändert. Die Entstehung ist aus der Notiz von 1765 erklärbar: David Kräner hatte damals den Hausnamen „Toffellendl“. Der Volksmund hat höchstwahrscheinlich den Vornamen des Besitzers zum Hausnamen umgewandelt.

Am 7.5.1754 war Leonhard Crämer (oder Cräner) der Anwesensbesitzer. Alois Gerstmayr hatte 1810 eingeheiratet und hatte folgende Gebäude: „gemauertes Wohnhaus mit allein stehendem Stadel und Stallung von Holz unter einem Dach“. Gerstmayr übergab an seinen Stiefsohn Alois Kraner (aus der 1. Ehe der Frau) am 1.2.1814. Alois Kraner hatte 1837 den Pfaffenbauernhof erworben und verkaufte das Anwesen am 9.2.1838 an Stefan Zach. Die Übergabe an Sohn Michael Zach erfolgte am 17.2.1851. Nach dem Tod von Michael führte - für damalige Verhältnisse ungewöhnlich - die erst 41jährige Witwe Aloisia Zach den Hof über 19 Jahre allein von 1868 bis zur Übergabe an Sohn Leonhard Zach und dessen Braut Rosina Schaller von Wallerdorf am 7.5.1887. Nach dem Tod der Mutter traten für deren Hälfteanteil am 22.4.1919 die Kinder Maria Haberl in Wächtering, Rosina Falk, Eisenbahnarbeitersfrau in Augsburg, sowie Kreszenz, Leonhard, Agathe und Therese (diese starb Ende 1922) Zach die Erbfolge an. Am 17.5.1930 übergaben Vater beziehungsweise Geschwister ihre Anteile an Leonhard Zach und dessen Braut Kreszenz Wackerl von Todtenweis. 1962 folgte mit Tochter Anna Zach und Schwiegersohn Anton Kastenhofer von Münster (verstorben 1997) die nächste Generation.

Überraschend an der Baugeschichte des Anwesens ist, daß in der Zeit der Erbengemeinschaft 1922 eine Stall- und Stadelerneuerung erfolgte. 1930 wurde der Hausdachstuhl erneuert mit Ausbau von Dachbodenzimmern, 1960 eine Scheune mit Maschinenhalle errichtet und 1965 das neue wohnhaus gebaut.

Nummer 11 - Hösle

Der Hausname ist seit 1765 überliefert, damals in der Form „Höslemartl“.

Martin Hitzberger gab bei der Errichtung der Fassionen von 1810 an, er habe das Gut „durch Heirat meines ersten Weibes am 1.6.1805“ erhalten, war also offensichtlich zwischenzeitlich zum zweiten Mal verheiratet. Noch 1805 hatte er 3 Äcker, Ausbruch aus dem Peterbauernhof, um 260 fl dazu erworben. Die Hofstelle bestand aus „einem halbgemauerten Wohnhaus mit Stallung und Stadel unter einem Dach“. Am 20.8.1817 erlangte der Lorenz Scherl durch Heirat der Witwe Franziska Hitzberger das Anwesen. In den 1840er Jahren wurde das Anwesen mehrmals verkauft, die Erwerber waren: 27.1.1840 Johann Katzenbogen, 12.8.1844 Heimann Wassermann (vermutlich ein Handelsmann), 20.8.1844 Alois Kraner („Pfaffenbauer“), 3.9.1845 Leonhard und Theresia König, 1.10.1846 wieder Alois Kraner (Preis: 1425 fl) und 16.3.1848 die ledige Monika Lenz. Der Anwesenskauf durch eine unverheiratete Frau war unüblich. Neun Jahre später übernahmen die Tochter Ursula Modelmayer (Name wohl vom unehelichen Vater) und deren Bräutigam Franz Josef Grünwald (17.7.1857). Die Witwe Ursula Grünwald übergab zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes am 3.12.1887 an die Tochter Kreszenz und Bräutigam Johann Thalmair von Wiesenbach. Nächste Besitzer waren Sohn Michael und dessen Braut Magdalena Zach von Etting (4.4.1927). Der einzige Sohn dieses Ehepaares starb 1945 im Reichsarbeitsdienst, so daß die Hofstelle nach dem Tod der Eheleute (1968/1971) an Josef Zach in Etting ging (weitere Grundstücke teilweise an andere Verwandte). Rudolf und Anita Lustig bezogen ihr Wohnhaus (errichtet durch Umbau der ehemaligen Scheune) an dieser Stelle 1991.

Wohnhaus und Stadel waren am 13.2.1908 abgebrannt und im gleichen Jahr wieder aufgebaut worden. Das Austragshaus war 1927 errichtet worden.

Nummer 12 - Sperl

Der Hausname ist uralt und schon 1765 mit „Sperlmartl“ aktenkundig.

Das Anwesen wurde, was ebenfalls als Ausnahme betrachtet werden kann, in direkter Linie nachweisbar seit 1754 weitergegeben, also nie verkauft oder an entferntere Verwandte vererbt. Martin Prugglachner, als einer der Geschädigten beim Dorfbrand festgehalten, übergab am 29.4.1774 an Tochter Anna Maria und deren Bräutigam Joseph Weiler von Riedheim. Die drei Kinder dieses Ehepaares blieben zwar unverheiratet, in den Steuerbüchern wurden „Weilers Relikte“ als Besitzer geführt. Einer der beiden Weiler-Söhne hatte jedoch eine uneheliche Tochter in Ambach oder Mittenhausen, die er offensichtlich auf den Hof holte und die seinen Familiennamen erhielt. Diese Anastasia Weiler übernahm am 4.4.1851 mit Bräutigam Andreas Steidle in vierter nachweisbarer Familiengeneration. Andreas und Anastasia übergaben am 25.11.1889 im Wertanschlag zu 4900 M an Sohn Paul Steidle und dessen Braut Viktoria Fischer von Etting. Die sechste Generation übernahm am 11.1.1921 durch Tochter Veronika Steidle und deren Bräutigam Georg Koller (von Nr. 47). Die weiteren Übergaben an Leonhard Koller sen. und Frau Ingeborg, geb. Leypold (1956) und Leonhard jun. und Frau Zenta, geb. Lehenberger (1988) ergeben eine Reihe von acht Generationen.

An größeren Baumaßnahmen sind überliefert: Stall- und Stadelneubau 1908/09, Scheune, Stall 1962, Maschinenhalle 1966 und Bezug des neuen Wohnhauses 1972.

Nummer 13 - Schweizer

Der uralte Hausname „Sackbartl“ (und Abwandlungen nach dem Vornamen des jeweiligen Besitzers) ging im Volksmund um die Jahrhundertwende verloren; Pate des neuen Hausnamens war die spätere Gempfinger Zieglersfamilie Schweizer, die hier nur elf Jahre wirtschaftete.

Als erster Besitzer ist am 7.5.1754 Barthl Pollinger zu ermitteln. Joseph Bollinger (vermutlich dessen Sohn) übergab am 18.9.1801 an seinen gleichnamigen Sohn im Wertanschlag zu 800 fl. Die Hofstätte bestand 1810 aus einem gemauerten Wohnhaus mit daran gebauten hölzernem Stadel und Viehstall unter einem Dach. Josef übergab am 7.11.1845 an seinen Sohn Jakob Bollinger, der am 15.3.1861 an Josef Weigl verkaufte. Er tauschte am 28.5.1861 bereits an die Witwe Maria Anna Meier gegen Nr. 17 weiter. Maria Anna Meier übergab am 27.9.1865 an Martin Fischer von Neukirchen und dessen Braut Kreszenz Meier von Pessenburgheim (vermutlich eine Verwandte der Übergeberin) für 5000 fl. Das Ehepaar Fischer übergab am 26.9.1891 um 9000 fl an die Tochter Theres und deren Bräutigam Kaspar Lutz von Etting. Am 27.9.1893 tauschte Anton Koch in Dillingen für 2000 M den Hof gegen die auf 5500 M gewertete Nr. 72 ein - gegen eine Aufzahlung ging das junge Ehepaar Lutz auf den „Mozer“-Hof. Anton Koch verkaufte am 20.11.1893 nach Grundstücksveränderungen um 8000 M an Michael und Walburga Schweizer von Gempfing, diese veräußerten ihrerseits am 24.11.1904 um 11000 M an die ledige Maria Wintermayr von Haselbach (21.12.1909 Miteigentum für Ehemann Michael Grünwald). 1951 zog die Tochter Walburga Berger, Kriegerwitwe mit drei Kindern, ein; Eigentümerin blieb die 1955 verwitwete Mutter Maria Grünwald jedoch bis zum Tod 1970. Bei der Erbregelung behielt Walburga Berger 1972 die Hofstelle mit 12 Tagwerk; 1996 ging dieser Besitz an deren Sohn Hermann Berger und damit zur Nr. 72.

An größeren Baumaßnahmen sind überliefert: Stall und Stadel und Erneuerung Giebelmauer Wohnhaus 1897 (nach Brand am 1.12.1896, ausgekommen in Nr. 15), Holzremise mit Austragswohnung 1949. Im Juni 1997 wurden Wohn- und Austragshaus abgebrochen.

Nummer 14 - Bachbauer

Der Hausname ist - wie bei fast allen größeren Höfen - seit mindestens der Mitte des 18. Jahrhunderts unverändert.

Seit 1752 besaß Joachim Prugglachner den Hof. Bei der Hofmarksbeschreibung 1765 ist festgehalten: „Ganzer Hof mit einer gemauerten Behausung, einem Stadel, worunter die Viehstall, einen Schweinstall und Waschhäusl, ein Brunnen, ein Nebenhäusl, 1 kleines kurz Gärtl und ½ Jauchert Grasgarten, insgesamt 70 ½ Jauchert Äcker (Anmerkung: die 24 Jauchert im Schlarpfengrund waren auf 17 Parzellen verteilt), 11 Jauchert Wiesen, 4 Jauchert Hofholz neben dem Dürnberger Feld (Anmerkung: Flur Holzheim). Einfache Steuer 7 Gulden 6 Kreuzer und 2 Heller, Gült je 8 Schaffel Roggen und Haber“. Nächste Besitzer waren Anton (vermutlich ein Sohn) und Magdalena Prugglachner. Sie übergaben am 23.9.1797 im Wertanschlag zu 4000 fl an die Tochter Maria Kreszentia und den Schwiegersohn Joseph Wünsch von Tödting. Am 8.5.1798 kaufte Wünsch um 400 fl einen Wiesgarten vom „Jodl“. Am 2.10.1832 übergab Joseph Wünsch -nur 27 Tage vor seinem Tod - im Wertanschlag zu 7000 fl an den gleichnamigen Sohn und dessen Braut Viktoria Stiglmair aus Pessenburgheim. Am 11.6.1875 übergaben diese an Sohn Thomas Wünsch und dessen Braut Walburga Brucklachner, gebürtig von Agathenzell, eine Tochter des Gallbauern-Erben. ab 1897 war die Witwe Walburga Wünsch Alleineigentümerin. Sie übergab am 1.3.1905 im Anschlag zu 58 000 M an die Tochter Walburga und deren Bräutigam Josef Bürle vom Tannenhof. Nach dem Tod des Mannes am 12.7.1941 wurde Walburga Bürle Alleineigentümerin. Sie übergab am 27.5.1949 an Sohn Peter Bürle und Schwiegertochter Christine Girstmair. Diese übergaben 1990 an Sohn Josef Bürle.

Die wichtigsten überlieferten Baumaßnahmen waren Stall mit Tenne (1890), Schweinestall (1900/02), Getreidestadel (1906), Stadel und Remise (1908/09), Maschinenhalle (1947), Maschinen- und Holzremise (1951), Maschinenhalle (1954), Stallumbau (1959) und Wohnhaus (1962).

Nummer 15 - Bollingerwagner

Entsprechend dem Vornamen des Besitzers hieß das Anwesen seit dem 18. Jahrhundert „Stoffelhiesl“ beziehungsweise „Stoffelhans“, unter Josef Stepperger auch „Stoffelbauer“. In den 1830er Jahren taucht zusätzlich „Bocher“ auf. Durch den Tausch von 1898 kam mit dem neuen Besitzer von Nr. 23 der heutige Hausname hierher.

Johann Harlander erwarb am 28.7.1798 das Anwesen für 1000 fl von seiner Schwester und veräußerte es am 15.3.1813 an Anton Brandner weiter. Das gemauerte Haus und das hölzerne Wirtschaftsgebäude standen schon getrennt. Die 45jährige Witwe Anna Maria Brandner, geb. Lang, von Überacker, heiratete am 25.9.1821 den 25jährigen Joseph Stepperger von Oberpeiching. Am 26.2.1840 heiratete Witwer Stepperger die 36jährige Magdalena Hebeisen von Oberpeiching. Die Witwe Magdalena Stepperger übertrug am 6.12.1862 ihrem Bräutigam Mathias Edelmann von Staudheim das Miteigentum. Edelmann, seit 30.5.1876 Witwer, verkaufte den Hof am 23.4.1878 an „Hofwirt“ Michael Stiglmair und ging zurück nach Staudheim. In den vorausgehenden 65 Jahren hatte es nur in der Ehe Stepperger/Hebeisen Kinder gegeben, die aber vor dem Schulalter starben, so daß keine Nachkommen für eine Übergabe vorhanden waren. Stiglmair verkaufte das Nachbaranwesen bereits am 19.12.1879 an Alois und Maria Anna Nagl von Nr. 22. Am 11.10.1898 tauschten Michael und Mechthild Koller von Nr. 23 den Besitz für 5150 M ein. Am 17.6.1910 überließen die Kinder Paul, Karolina, Michael, Josef, Walburga, Alois und Mechthild, zwischen 17 und 7 Jahre alt, das mütterliche Erbe dem Vater Michael Koller, der nun Alleineigentümer war. Der Witwer übergab an Sohn Paul Koller am 25.6.1925 im Wertanschlag zu 18 000 GM. Paul und Franziska Koller übergaben 1958 an Tochter Walburga und Schwiegersohn Michael Haberl. 1993 übernahm deren Sohn Michael Haberl.

Infolge Fahrlässigkeit brannte die ganze Hofstelle am 1.12.1896 ab und wurde im Folgejahr wieder aufgebaut. Die Werkstatt wurde 1899 errichtet (Aufstockung 1925), das Wohnhaus 1901 vergrößert. Nach einem Kurzschluß im Dachständer brannte die Scheune am 18.1.1933 erneut ab. 1994 wurde das neue Wohnhaus gebaut.

Nummer 16 - Hofwirt

Der „Hofbauer“ war einer der vier großen Höfe, der Name blieb nach der Zertrümmerung (Verkauf großer Teile des Feldbesitzes) im Jahr 1820. Als spätestens 1877 hier eine Gaststätte (Rainer Wochenblatt 14.7.1877) eingerichtet wurde, änderte der Volksmund den Hausnamen in „Hofwirt“. Das Jahr der Schließung dieser vorübergehend dritten Wirtschaft im Dorf ist nicht bekannt.

Stephan Kuchenbaur übernahm das Gut im Wert von 4100 fl am 21.12.1805 von seinem Vater Johann; es hatte ein gemauertes Wohnhaus, allein stehenden Stadel mit Viehställen, eigens Schweineställe und ein gemauertes Austragshaus. Die Zertrümmerung wurde dem in wirtschaftliche Schwierigkeit geratenen Kuchenbaur am 24.6.1820 genehmigt. Unter den 21 Käufern erwarben „Bachbauer“ Joseph Wünsch (Grund für 1100 fl) und „Untermüller“ Joseph Modlmayr (für 1341 fl, darunter die Hofstelle) die größten Teile. Die nächsten Eigentumswechsel sind identisch mit der „Untermühle“: 10.1.1823 Übergabe an Sohn Kaspar Modlmayr, 1838 dessen Witwe Sabina Modlmayr, 12.10.1839 Miteigentum für den 2. Ehemann Philipp Wünsch, nach dessen Tod die Witwe Sabina Wünsch zusammen mit Sohn Joseph Wünsch (2.5.1855). Das Haus war von Modlmayr/Wünsch zumindest zeitweise vermietet. Am 30.10.1862 kaufte Michael Vetter (von Nr. 60) den Komplex für 1500 fl, am 17.8.1864 wurde seine Braut Theres Peischler Miteigentümerin. Michael und Balbina Stiglmayr tauschten am 5.4.1876 das Anwesen gegen Nr. 41 in Pessenburgheim im Anschlag zu 6857 M ein. Nach dem Tod von Vater (1885) und Mutter (1887) wurden die Kinder Balbina, Katharina, Michael, Thomas, Kreszenz und Paul Stiglmair neue Besitzer. Balbina und ihr Bräutigam Georg Weiß von Daiting lösten am 4.2.1889 um 5366 M die Geschwister ab. Da das Ehepaar keine Kinder hatte, übergab es schon frühzeitig am 6.5.1908 an Paul Stiglmair (Bruder der Frau) und dessen Braut Therese Stöckl. Am 18.3.1942 übergab die seit 1939 verwitwete Therese an Sohn Johann Stiglmair. Nach dessen Tod wurde 1947 die Witwe Karolina Stiglmair (geb. Betz) Alleineigentümerin; sie übergab am 12.10.1948 dem zweiten Ehemann Xaver Golling das Miteigentum. Im nördlichen Hausteil betrieb Elsa Schulz einige Jahre bis anfangs 1967 ein Lebensmittelgeschäft (vorher Rainer Straße 16 bzw. Nr. 19 1/2). Seit 1968 betreiben Johann (Sohn aus erster Ehe) und Rosina Stiglmair das Anwesen.

Der Stadel mußte zweimal - nach dem Brand vom 22.9.1920 und Kriegsschaden vom 26.4.1945 - erneuert werden. Ein größerer Wohnhausumbau erfolgte 1968.

Nummer 16 ½ - Heinrich-Karl (Austragshaus)

Das Anwesen begründeten Mathias Forster und seine von Nr. 61 (von dort wurde das Gemeinderecht hierher übertragen) stammende Braut Maria Anna Schmid vermutlich am 17.1.1865. Die Eheleute verkauften am 7.2.1889 an den Handelsmann Isaak Luchs von Buttenwiesen, der es am gleichen Tag an „Heinrich-Karl“ Rupert Strobl veräußerte. Seitdem gehört das Haus stets zu dem benachbarten Hof oder dem jeweiligen Austrägler. Das heutige Wohnhaus mit Garage wurde 1966/67 errichtet. Ein Hausname hat sich nicht gebildet.

Nummer 16 1/3 - Sattlermaurer

Bereits der erste Besitzer war Sattlermeister. Der zweite Teil des Hausnamens kam mit der Einheirat des Maurers Leonhard Reißner 1929 dazu: die Sattlerei führte dessen Schwager Jakob Gritschneder auf Nr. 92 weiter.

Josef und Walburga Gritschneder bauten 1867 dieses Anwesen auf. Sie behielten beim Verkauf ihrer bisherigen Nr. 17 („Wacker“) einige Grundstücke sowie das Gemeinderecht. Am 27.12.1888 übergab das Ehepaar an Sohn Anton Gritschneder und dessen Braut Theres Koller („Hinterwanger“) im Wert von 4700 M. Am 8.4.1902 wurde die zweite Frau des Anton, Viktoria Burlafinger von Etting, Miteigentümerin. Die 1925 verwitwete Viktoria übergab am 27.6.1929 an Tochter Philomena und deren Bräutigam Leonhard Reißner („Graner“) im Wertanschlag zu 8000 GM. Die Übergabe an Sohn Johann Reißner erfolgte 1969 (verheiratet seit 1972 mit Maria Magdelena, geb. Würfl).

Größere Maßnahmen waren Stadelbau 1904, Vergrößerungen der Wirtschaftsgebäude 1933/37, 1950 und 1965, Maschinenhallen 1976 und 1986 und neues Wohnhaus 1972.

Nummer 17 - Wacker

Der „Wacker“ ist eines der wenigen kleinen Anwesen, dessen Hausname seit der Mitte des 18. Jahrhunderts unverändert ist.

Georg Mayer hatte 1790 in das Anwesen eingeheiratet und übergab am 26.3.1831 an den Sohn Gallus Mayer (1200 fl Wert). Der hölzerne Stadel mit Stall stand bereits getrennt vom Haus. Die kinderlose Witwe Anna Mayer (seit 14.4.1851 Alleineigentümerin) vertauschte den Hof am 28.5.1861 gegen die Nr. 13 an Josef Weigl, der noch am gleichen Tag an Josef Gritschneder aus Rohrenfels und dessen Braut Walburga Helmer weiterverkaufte. Das Ehepaar Gritschneder zog Grundstücke zu ihrer neuen Nr. 16 1/3 und verkaufte am 13.5.1867 an Michael Stiglmair, der es - wiederum am gleichen Tag - an Michael und Kreszenz Deininger (Nr. 7) vertauschte. Seither ist der Hof in Familienbesitz, die nächsten Übergaben waren am 31.5.1869 an Sohn Josef Deininger (9.12.1869 Miteigentum für Braut Sophia Reißner von Sinning) und am 9.7.1903 an dessen Sohn Josef mit Braut Franziska Gietl von Echsheim. Franziska Deininger, seit 1930 verwitwet, übergab am 15.6.1943 an Sohn August, erhielt aber nach dessen Tod im Zweiten Weltkrieg (1945) den Hof zurück. Am 1.6.1950 übereignete die Witwe den Hof an ihre Tochter Rosa (in erster Ehe verw. Forster) und deren 2. Ehemann Franz Wagenstaller. Derzeitige Besitzer sind Johann Forster (Sohn aus erster Ehe) und seine Ehefrau Elfriede (verheiratet seit 1962).

Stadelbau 1913, Austragshaus 1938 und neues Wohnhaus 1961 waren die größeren Baumaßnahmen.

Nummer 18 - Heinrich-Karl

Das Anwesen hatte seit dem 18. Jahrhundert stets die Größe für einen „Bauern“-Hausnamen, trug aber stets die ungewöhnliche, aus zwei Vornamen zusammengesetzte Bezeichnung. Der zweite Teil könnte vom Vornamen des Besitzers von 1754 (Carl Jacob) abgeleitet sein.

Jakob Breimayer übernahm am 29.3.1800 von seiner Mutter Ursula. Er besaß 1810 „ein gemauertes Wohnhaus mit allein stehendem hölzernen Stadel, worunter die Viehställ sind, ein halb gemauertes und halb hölzernes Bachhaus, worin die Schweineställ sind und große Hofreitung“ (große Fläche der Hofstelle). Am 7.11.1828 übergab die Witwe Theresia Breimayer „auf Verehelichung ihrer Tochter Monika“ an Anton Stiglmair von Pessenburgheim im Anschlag zu 3000 fl. Das Ehepaar Stiglmair verkaufte am 17.12.1862 an Josef Edle und Josef Staltmann von Ingolstadt um 19 000 fl, die es am 13.1.1863 um 3650 fl an Rupert und Josefa Strobl von Nr. 40 vertauschten. Edle und Staltmann verkauften jedoch viel Feldbesitz anderweitig, während das Ehepaar Strobl die „Zacherla“-Besitzungen, darunter das Holz an der Wächteringer Flurgrenze, behielt. Am 13.5.1891 übernahmen Sohn Rupert Strobl und Braut Anna Raba von Unterpeiching. Nach dem Tod der Frau (18.5.1930) entstand eine Erbengemeinschaft von Vater Rupert und seinen neun Kindern. Vier Anteile erwarb der Vater 1932, zwei weitere Sohn Leonhard (1935/36). Am 21.5.1937 löste Leonhard Strobl die Erbengemeinschaft ab; er heiratete im gleichen Jahr Maria Schweyer. Am 30.9.1976 erfolgte die Übergabe an Sohn Paul Strobl und dessen Frau Theresia Högenauer.

Das große Wirtschaftsgebäude war 1856 und 1945 beim Kriegsende niedergebrannt. Baumaßnahmen in neuerer Zeit waren: Wiederaufbau Stall- und Scheunengebäude 1945, Verlängerung Getreidescheune 1948, Wohnhaus und Schweinestall 1958 sowie Umbau Viehstall 1962.

Nummer 19 - Pfaffenbauer

Der Hof gehörte zu den größten Anwesen im Dorf; der Hausname ist seit der schriftlichen Überlieferung im 18. Jahrhundert unverändert. Einer (unbewiesenen) Sage nach stand hier einst die Bayerdillinger Kirche, woher der Name rühren soll.

1754 besaß Joseph Hirster den Hof. Leonhard Hirster übernahm am 30.9.1803 von seinem Vater im Wert zu 4000 fl. Haus und Wirtschaftsgebäude waren getrennt und schon 1810 gab es ein Austragshaus. Am 3.5.1837 kaufte Peter Sellis aus Handzell den Hof, um ihn im gleichen Jahr an Alois Kraner (von Nr. 10) zu veräußern. Am 18.3.1850 ersteigerte Xaver Oßwald den Gesamtbesitz, verkaufte aber im September 1851 an Theresia Kraner, der Frau des früheren Eigentümers, die Hofstelle und einen Restkomplex um 5400 fl. Merkwürdig daran ist, daß Alois Kraner (gestorben 1861) nicht Mitbesitzer wurde. Theresia Kraner verkaufte ihren knapp 31 Tagwerk großen Hof am 18.4.1863 an Michael Stiglmair von Nr. 18 (9250 fl) und ging nach Wengen. Michael Stiglmair erwarb auch von seinen Eltern Anton und Monika Grundstücke und übertrug am 29.4.1863 seiner Braut Balbina Oßwald („Neuwirt“) das Miteigentum. Am 4.4.1876 kauften Alois (Bruder) und Kreszenz Stiglmair um 25 714 M den Hof. Sie gerieten offenbar in wirtschaftliche Not und verkauften am 27.1.1908 an Abraham Neuburger von Ichenhausen um 44 250 M, der Feldbesitz abspaltete und drei Tage später an die Ehegatten Stiglmair für 28 000 M zurückverkaufte. Zwei Monate nach dem Tod des Mannes tauschte die Witwe am 2.8.1912 mit den Ehegatten Max und Anna Bauer, Lohnkutschereibesitzer, gegen das Anwesen Nr. 299 in Neuburg a.d. Donau. Diese Familie tauschte schon am 29.12.1912 an Johann und Kreszenz Kaiser von Wächtering, Nr. 18. Auch sie blieben nicht lange und tauschten am 21.9.1928 mit den Ehegatten Alois und Franziska Zinnagl von Nr. 36. Allerdings wechselten sie nach weiteren Tauschgeschäften direkt auf ein Anwesen in Unterstall. Alois Zinnagl soll bereits als kranker Mann umgezogen sein und starb 1929. Seine Witwe übergab am 27.4.1937 an Stiefsohn Alois Zinnagl (aus erster Ehe des Mannes), der sich im gleichen Jahr mit Elisabeth Kaiser von Bonsal verehelichte. 1973 übernahmen Sohn Alois Zinnagl und Schwiegertochter Kreszenz Ottinger (jetzt als Witwe Alleineigentümerin) das Anwesen.

Das Stall- und Scheunengebäude wurde nach Zerstörung im Krieg 1945/46 wieder aufgebaut, das Wohnhaus ist von 1954.

Nummer 20 - Jungbauer

Der Hausname ist seit der Mitte des 18. Jahrhunderts unverändert nachgewiesen.

1754 besaß Anton Oßwald den Hof. Am 25.7.1804 übergab Simon Oßwald an Tochter Maria Franziska und Schwiegersohn Kaspar Kramer im Wertanschlag zu 3000 fl. Kramer kam offensichtlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten und verkaufte im Juni 1833 fast zwei Drittel der Realitäten; zwei weitere Grundstücke wurden 1834 und 1835 veräußert. Die Frau starb am 6.3.1839. Gemäß Testament vom 27.12.1847 erbte Alois Deininger (von Nr. 7) nach dem Tod des kinderlosen Kaspar Kramer 1851 den Hof. Deininger vertauschte am 11.3.1879 das Anwesen um 10 900 M gegen Nr. 2 an Georg und Maria Anna Hirschbeck. Die neuen Eigentümer übergaben am 14.9.1883 an Sohn Georg Hirschbeck und dessen Verlobte Elise Strobl. Am 17.3.1920 übernahmen deren Sohn Peter Hirschbeck und die künftige Ehefrau Viktoria Modlmair (gestorben 1930). Peter Hirschbeck heiratete 1931 in zweiter Ehe die Stiefschwester seiner ersten Frau, Kreszenz Lenz. Die Familie verkaufte 1962 an Georg Miehling; jetzige Eigentümer sind Sohn Theo Miehling und Ehefrau Inge.

Der Stadel mit Stall mußte bereits zweimal nach Bränden wieder aufgebaut werden. Am 26.4.1945 wurde er nach Tieffliegerbeschuß zerstört, 1979 ist er erneut abgebrannt. Das Wohnhaus wurde 1963 gebaut (derzeit Umbau- und Dachgeschoßausbau). Die Maschinenhalle westlich der Flurstraße ist 1988 entstanden.

Nummer 20 ½ - Schneider

Der Beruf des Anwesengründers gab dem Anwesen den Hausnamen.

Mathäus Gütl vom „Moaler“ und Magdalena Hirschbeck vom „Jungbauer“ heirateten 1911 und wohnten anfangs im Austragshaus des „Jungbauern“. Am 28.11.1912 kauften sie die Angerwiese sowie weitere Grundstücke von Johann und Kreszenz Kaiser (Nr. 19), außerdem um die gleiche Zeit noch Flächen von Xaver Beck (Nr. 62). Auf der Angerwiese bauten sie im Stil der Zeit 1913 Wohnhaus, Stall und Stadel neu. Am 12.3.1953 erfolgte die Übergabe an Sohn Alois Gütl und Schwiegertochter Viktoria Stuber. Im Dezember 1991 übernahm deren Sohn Manfred Gütl das Anwesen.

Nummer 21 - Brugger (ehemals Brosch)

Der ursprüngliche Hausname „Probst“ war identisch mit der ansässigen Familie. Adam Probst starb an den Verletzungen, die er sich beim Dorfbrand am 7. Mai 1754 zuzog, der Hausname blieb aber bei den nächsten Besitzern Braun, Schmaus und Harlander. Ab 1835 ist für über 100 Jahre die Abwandlung auf „Brosch“ dokumentiert. Der Hausname „Brugger“, erstmals im Einwohnerbuch 1950 genannt, wurde im Volksmund auf jeden Fall schon für Paul Vetter verwendet; „mitgebracht“ hat ihn Michael Vetter 1896 von Pessenburgheim.

Michael Harlander von Buch hat am 20.7.1808 das Anwesen von seinem Schwiegervater Anton Schmaus im Wertanschlag zu 4700 fl erworben. Über ein Drittel des einst großen Anwesens verkaufte Harlander nach der gerichtlichen Genehmigung vom 30.12.1825, durch spätere Verkäufe wurde der Hof zu einem Kleinanwesen. Kreszenz Harlander, seit 1830 verwitwet, übertrug am 4.5.1831 das Miteigentum an ihren zweiten Ehemann Mathias Wagner von Osterzhausen; die Ehegatten verkauften und trennten sich (damals eine Seltenheit). Michael Kapfer, der am 13.3.1843 gekauft hatte, veräußerte bereits am 20.6.1843 an Mathias und Barbara Siebinger von Wörnitzstein weiter. Am 13.4.1866 erfolgte die Übergabe an Sohn Michael Siebinger, der seiner Verlobten Ottilie Buchele von Pessenburgheim am 12.10.1867 das Miteigentum einräumte. Die Eheleute verkauften am 12.7.1875 an Isaak Luchs und Salomon Horn, die weitere zwei Tage später an Alois Forster von Nr. 29 vertauschten. Forster verkaufte am 12.2.1885 um 7564 M an Josef Oßwald; unter seiner Zeit wurde der Stadel (er war für das nun wesentlich kleinere Anwesen wohl nicht mehr erforderlich) abgetragen und das Material für den neuen Roßstall des „Peterbauern“ verwendet. Oßwald verkaufte am 20.3.1896 an die „Musikereheleute“ Michael und Theres Vetter (saßen bis 1876 auf Nr. 16, dann in Pessenburgheim) um 700 M. Am 13.1.1899 erbten die drei volljährigen Kinder den väterlichen Anteil. Am 6.9.1900 übernahm Paulus Vetter die Anteile von Mutter und Geschwistern und beteiligte seine Braut Walburga Graf aus Reicherstein an dem Hof. Paulus Vetter, 1914 verwitwet, übertrug am 7.4.1915 den Hälfteanteil seiner zweiten Frau Magdalena Schmid. Am 17.5.1934 erfolgte die Übergabe an Tochter Josefa und Bräutigam Alois Stemmer. 1970 übernahm Alois Stemmer jun. mit Frau das elterliche Anwesen.

Pläne sind in den Archiven über Stallbauten 1898, 1928 und 1957, Scheune 1918, Einbau einer Austragswohnung 1934 und Neubau des Wohnhauses 1969 vorhanden.

Nummer 22 - Hillebrand

Der Hausname läßt sich für dieses Anwesen seit 1765 nachweisen; lediglich 1810 und 1824 erscheint die Bezeichnung „Kramer“.

Jakob Nagel hat das Anwesen vor 1810 vom Stiefvater seiner Frau, Mathias Rohrbacher, übernommen. Die Übergabe an Sohn Gallus Nagl und die Schwiegertochter Paulina Schehrer von Kunding erfolgte am 12.11.1824. Die Witwe Paulina Nagl führte den Hof ab 1847 bis zu ihrem Tod 1859. Der zweite Sohn Alois übernahm am 30.1.1862 von seinen Geschwistern Andreas, Maria Anna und Kreszenz die Anteile und heiratete Maria Anna Degenmair von Sinning. Am 19.12.1879 kaufte das Ehepaar Nagl die Nr. 15 und verkaufte das „Hillebrand“-Anwesen am gleichen Tag an Josef Breimair („Christl“) und dessen Braut Franziska Dreher aus Holzkirchen. 1907 tauschten die Eheleute Breimair mit Abraham Neuburger von Ichenhausen gegen den „Lutz“ in Wächtering. von diesem Handelsmann tauschte am 10.6.1907 Josef Beischler die Hofstelle für 6200 M gegen sein mit 2000 M bewertetes Haus Nr. 81. Am 26.6.1907 übergab Beischler Hofstelle und Grundstücke für 13 300 M an seine Tochter Franziska und Schwiegersohn Sebastian Wünsch („Bachbauer“), die bereits am 8.4.1906 geheiratet hatten. Der Witwer Sebastian Wünsch (seit 16.4.1924) übergab am 20.5.1925 das Miteigentum seiner zweiten Ehefrau Sofie Stemmer von der Kopfmühle; nach deren Tod am 3.2.1928 war er wieder Alleineigentümer. Die Übergabe erfolgte am 27.1.1939 an Sohn Josef Wünsch und dessen Braut Josefa Roger von Mittelstetten. Auch diese Ehe währte nicht lange, denn Josef ist am 9.8.1941 gefallen. Die Witwe führte das Anwesen über die Kriegszeit allein und übertrug am 16.1.1946 ihrem zweiten Ehemann Franz Xaver Stegmeier das Miteigentum. Die Übergabe an Sohn Franz Stegmeier (verheiratet seit 17.11.1972 mit Theresia, geb. Eglauer) erfolgte am 10.11.1970.

Größere Maßnahmen waren der Stadelbau 1912, Errichtung einer neuen Scheune mit Stallungen 1961 und der Wohnhausneubau 1971.

Nummer 22 ½ - Händler

Der Hausname bildete sich aus dem Familiennamen des ersten Besitzers.

Georg Händler hat die Hofstelle 1876 auf einem vom „Pfaffenbauer“ erworbenen Grundstück am Dorfanger, gegenüber Nr. 22/23, errichtet. Er erhielt dazu von den Eltern Anton und Walburga Händler (Nr. 63) landwirtschaftliche Grundstücke und das Gemeinderecht im Wert von 1200 M. Bei der Übertragung des Miteigentums an die Braut Maria Anna Hammerl aus Wiesenbach am 7.4.1877 ist der Wert schon mit 4000 M angegeben. Die Witwe Maria Anna Händler, seit 1920 Alleinbesitzerin, vererbte den Hof ihrem Sohn, dem Zimmermann Leonhard Händler (1926), der am 8.7.1926 seiner Braut Theresia Landes das Miteigentum übertrug. Theresia Händler, seit 1936 verwitwet, führte ab 6.3.1937 das Anwesen mit ihrem zweiten Mann Peter Landes in Gütergemeinschaft weiter. Mit Tochter Kreszenz Vollmair und Schwiegersohn errichtete sie 1962 ein Haus in der Siedlung. Die Nr. 22 ½ stand später leer und wurde 1973 abgebrochen. 1977 wurde der Neubau von Kreszenz Vollmair und Sohn Heinz mit Frau Elisabeth Vollmair errichtet. Das abgebrochene Haus war vermutlich noch von 1876, Stall, Tenne und Werkstatt waren 1900 errichtet worden, die Feldscheune an der Sallacher Straße 1954.

Nummer 23 - Bocher

Für dieses Anwesen lassen sich vier Hausnamen nachweisen. 1765 nannte man es „Giges“ (siehe Nr. 2). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung „Jonasjackl“ geläufig; die Herkunft läßt sich nicht erklären, auch der Vorname „Jakob“ ist nicht feststellbar (siehe auch Nr. 75). Der dritte Name ist dem Wagner Xaver Bollinger („Bollingerwagner“) zu verdanken und schließlich wurden beim Tausch mit Nr. 15 auch die Hausnamen übertragen.

Josef Deininger besaß bei der Anlegung der Fassionen 1810 eines der kleinsten Anwesen im westlichen Dorf, denn er hatte nur „ein von Spachwänden gemachtes Wohnhaus mit Stall und Stadel unter einem Dach“ und einen Wert von 410 fl. Deininger verkaufte am 29.3.1830 an Xaver Bollinger von Nr. 13, der sich 1831 mit Ursula Karmann von Gempfing verheiratete. Bollinger, seit 1864 Witwer, übergab am 13.6.1866 an Sohn Isidor und Schwiegertochter Kreszenz Landes von Nördling. Nur wenige Monate nach dem Tod des Mannes kam es am 30.10.1890 zur Zwangsversteigerung des nun Kreszenz Landes und ihren Töchtern Anna und Walburga gehörigen Gutes. Die Familie ging nach Lechhausen. Eingesteigert hatte den Hof für 3550 M der Bankier Simon Fuchs von München, der ihn schon am 3.12.1890 an Michael Koller und dessen Braut Mechthild Schießl (von Nr. 95) für 5400 M veräußerte. Am 11.10.1898 kamen Alois und Anna Maria Nagl von Nr. 15 durch Tausch hierher. Am 1.3.1902 übergaben sie an Tochter Kreszenz und Schwiegersohn Andreas Staber. Am 18.6.1902 kaufte die Mutter zurück und übergab schließlich am 9.3.1907 an Sohn Alois Nagl und dessen Braut Karolina Steidle von Oberpeiching. Schon am 29.5.1909 veräußerte das Paar für 14 500 M an Georg und Maria Zinsmeister von Neuburg und zog nach Lechhausen. Das Ehepaar Zinsmeister veräußerte, nachdem der Feldbesitz verändert worden war, am 7.3.1910 um 8.600 M an Josef Rechner und dessen Braut Theres Appel, beide von Unterhausen. Rechner ist am 21.6.1917 gefallen, die Witwe übertrug am 26.3.1919 ihrem zweiten Ehemann Rupert Degginger von Riedlingen das Miteigentum. Nach knapp vier Jahren war Theres erneut verwitwet und führte das Anwesen allein bis zur Übergabe an Sohn Adolf Rechner (1.10.1937), der sich 1939 mit Walburga Lösch von Burgheim verehelichte und mit ihr zusammen noch heute Anwesensbesitzer ist.

Das Wirtschaftsgebäude mußte zweimal in kurzer Zeit gebaut werden: der erst 1927 errichtete Stall mit Stadel brannte nach Tieffliegerbeschuß am 26.4.1945 ab.

Nummer 24 - Neuwirt

Der frühere Hausname „Pestbauer“ wurde infolge der Gaststättengründung am 5.4.1828 durch die Bezeichnung „Neuwirt“ abgelöst. Zur Unterscheidung vom „Wirt“ am Kirchberg (Nr. 67) taucht der Name erstmals schon am 10.6.1835 in den amtlichen Büchern auf. Bis in die 1860er Jahre ist teilweise der frühere Hausname angegeben.

Xaver Gerstmayr hatte 1792 von seinem Vater übernommen. Bereits am 22.3.1813 übergab er seinem Sohn Alois, der die Wirtstradition mit der Konzession vom 5.4.1828 begründete. Er verkaufte am 10.6.1835 an den Wickesmüllerssohn Michael Meyer. Das Anwesen hatte 75 Tagwerk (1862: 89 Tagwerk) und Anteil an den Gemeindegründen. Am 19.7.1839 erwarben Georg Oßwald (vom „Schwarzwirt“) und seine Frau Balbina die Wirtschaft und waren nun praktisch dem Vater beziehungsweise ab 1840 dem Bruder Konkurrenz. Der Witwer Georg Oßwald übertrug am 16.4.1851 seiner zweiten Frau Juliana Irlang von Pöttmes das Miteigentum. Am 29.12.1871 erwarben die Wirtschaftspächtereheleute Johann und Anna Mack von Sinning um 19 000 fl das Wirts-Anwesen; die Familie Oßwald zog nach Rain. Nach dem Tod des Wirtes (1887) entstand eine Erbengemeinschaft, doch schon am 17.1.1889 konnten Sohn Johann Mack und seine Braut Kreszenz Baumann aus Gempfing übernehmen. Am 15.2.1927 erwarb die Prügelbrauerei Augsburg, Leonhard und Michael Gebler oHG, für stattliche 73 000 M den Hof mit Feld und Inventar. Der Feldbesitz kam weitgehend weg, darunter das Grundstück westlich des Anwesens (später Kiesgrube und Schuttabladeplatz der Gemeinde). Am 10.3.1927 tauschten Leonhard und Kreszenz Hertl von Nr. 55 hierher. Die Übergabe an Sohn Mathias Hertl folgte am 11.9.1942, am 12.1.1943 wurde dessen Frau Berta, geb. Kempter, Miteigentümerin. 1975 erfolgte die Übergabe an Sohn Franz Hertl, 1979 heiratete Marianne Schlamp aus Tauberfeld ein.

Das Anwesen hat eine bewegte Baugeschichte. Am 18. Juni 1836 brannte der Stadel ab „und wurde derselbe neu und größer und zugleich ein Wagenhaus erbaut“. Der Stadel mit Stall wurde seither noch zweimal erneuert: 1919 und nach der Zerstörung durch Tiefflieger (26.4.1945). Das Wirtshaus ist von 1840 (Einkerbung in den Dachbalken/Schützenheim). Am 1.2.1874 begann hier Salomon Horn von Buttenwiesen einen Handel. Er hatte schon bisher eine Warenniederlage für Märkte in Neuburg, Burgheim und Pöttmes. Weitere Baumaßnahmen an Eiskeller und Wirtschaftsgebäuden sind überliefert von 1896 - 1898 und 1905 - 1907. Beim Umbau 1964/66 erhielt das Wirtshaus im Stil der Zeit große Fenster und verlor sein Gesicht, das mehrere Postkarten eindrucksvoll zeigen. Ein größerer Umbau erfolgte 1978/79. Die erste Veranstaltung im neuen Saal fand am 5.1.1995 statt, am 25.5.1995 wurden die acht Fremdenzimmer bezogen.

Nummer 24 1/2

Simon Wagner, bisher „Schafflerkramer“, erwarb am 20.9.1870 vom „Neuwirt“ um 150 fl ein Stück aus dem Grundstück auf der anderen Straßenseite und errichtete im gleichen Jahr ein Wohnhaus vermutlich für den Austrag. Er konnte den Besitz nicht halten: am 8.4.1872 ersteigerte Alois Forster (Nr. 29) um 825 fl. Das Haus ging durch weitere Hände: Am 9.9.1873 kauften die Schreinerseheleute Ludwig und Theres Frank um 900 fl, am 30.3.1875 die Eheleute Alois und Theres Kraner (Sohn des früheren „Pfaffenbauern“) um 925 fl, am 29.3.1884 Jakob Rößner um 1150 M und schließlich am 28.9.1896 Josef Oßwald um 800 M. Das Anwesen war nun Austragshaus des „Peterbauern“ (Besitzerfolge wie Nr. 25), oft auch fremd vermietet. Das Haus wurde um 1960 abgebrochen. Die Gemeinschaftsgefrieranlage im südlich anschließenden Bereich (bei Telefonzelle) bestand von etwa 1958 bis 1978 (Eine weitere Gemeinschaftsgefrieranlage war - etwa für die selbe Zeit - an der Wallerdorfer Straße zwischen „Weitz“ und „Oberschmied.).

1969/70 errichtete Dominikus Oßwald, Bruder des Hofbesitzers, hier ein neues Wohnhaus. Nach seinem Tod 1977 wurde das Haus an Mathias Breimair (ehemals „Christl“) veräußert. Im Januar 1995 kauften Paul Link und Ehefrau Gabi, geb. Glaß, das Haus.

Nummer 25 - Peterbauer

Der Hausname „Peterbauer“ besteht mindestens seit der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Auch die Besitzerfolge ist von Geradlinigkeit gezeichnet. Am 26.6.1785 übernahm Michael Schmaus von seinem Vater Simon im Wertanschlag zu 4300 fl. Bei der Beschreibung von 1810 ist angemerkt, daß Schmaus 1804 den halben Hof (gemeint ist der Feldbesitz) zerstückelte und um 3100 fl verkaufte, dann aber wieder Zukäufe mit 220 fl tätigte. Am 30.8.1816 kaufte der Wirt Joseph Oßwald den Hof und betrieb zugleich beide Anwesen bis zur Übergabe an den ältesten Sohn Joseph am 8.11.1832. Die weiteren Übergaben waren durchwegs in männlicher Erbfolge: 29.4.1863 Joseph Oßwald (III.) und Braut Sophie Burkhardt von Heimpersdorf, 1.9.1900 im Wertanschlag zu 30 700 M Josef Oßwald (Iv.) und Braut Anna Lanz von Oberpeiching, 20.2.1936 Michael Oßwald und Braut Rosina Schlecht von Strauppen und schließlich in sechster Familiengeneration 1971 Michael und Babette Oßwald.

Das jetzige Wohnhaus wurde 1950 bezogen, die Wirtschaftsgebäude, überwiegend Bauten von 1893 und 1913, wurden 1975 vollständig abgebrochen und neu aufgebaut, wobei der Betrieb auf Bullenmast ausgerichtet wurde.

Nummer 26 - Hanselmann

Der Hausname ist seit 1810 unverändert geblieben.

Die Breimair (Schreibweise unterschiedlich) sind in den Pfarrbüchern seit der Neuanlage von 1704 nachweisbar und besaßen knapp 150 Jahre den „Hanselmann“. Am 28.4.1807 heiratete Georg Breumayer die Witwe des vorher hier ansässigen Michael Reiner (Ursula, gebürtige Pesch von Kunding). Haus, Stadel mit Stall, Wagenschupfe und Austragshäusel waren schon damals in gesonderten Gebäuden. Die weiteren Übergaben erfolgten am 7.11.1844 an Sohn Alois Breumayer und Braut Anna Maria Kraner (von Nr. 19, führte den Hof als Witwe ab 1868), am 31.5.1884 im Wertanschlag zu 9000 M an deren Sohn Gregor und die Verlobte Ursula Würfl von Etting und am 28.1.1919 an Gregor (II.) und dessen Braut Therese Hofgärtner von Sallach. Vater Gregor hatte seit 1909 den Hof als Witwer allein geführt. 1955 übernahmen Tochter Walburga Breimair und Leonhard Gütl (von Nr. 50). Walburga, von 1952 bis 1961 letzte ehrenamtliche Raiffeisen-Rechnerin, starb am 20.3.1969. Seit 1970 führten Leonhard und Anna Gütl den Hof, jetzige Besitzerin ist deren Tochter Anna Böhm, geb. Gütl.

An größeren Maßnahmen sind Stallerweiterungen 1895 und 1899, die Scheunenerweiterung 1907, Wohnhauserrichtung 1924, Stallbauten 1939 und 1961, Verlängerung des Wirtschaftsgebäudes 1951 und Bau einer Maschinenhalle 1965 in den Bauarchiven eingetragen.

Nummer 27 - Schupp

Der Hausname hat sich in den vergangenen 200 Jahren wiederholt verändert von „Krumppenschmid“ (1765) über „Krumenschneider“ (1810/30) auf die mehr als 100 Jahre gängige Bezeichnung „Schneidermüller“ (1840 - 1938). Parallel dürfte spätestens in den 1920er Jahren der heutige Hausname „Schupp“ aus dem Familiennamen abgeleitet worden sein.

Alois Weinbaur übernahm 1801 durch Heirat der Witwe des Georg Roggesmiller das Kleinanwesen mit „halbgemauertem Wohnhaus und daran gebautem hölzernen Stadel und Stallung“. In dritter Ehe heiratete die namentlich nicht genannte Frau nach dem Tod von Weinbaur einen Alois Mair (11.6.1824). Wenig später, vermutlich 1826, erwarben Xaver und Franziska Schupp, bisher in Bonsal wohnhaft, das Anwesen. Sohn Michael Schupp und Braut Kreszenz Ruf von Thierhaupten übernahmen am 10.5.1854. Sie verkauften am 7.4.1883 (wenige Tage vor dem Tod des Mannes) an den Neffen Anton Schupp, der am 17.5.1883 seiner Braut Gertraud Kramer das Miteigentum einräumte. Die Übergabe an Sohn Anton und Braut Viktoria Hofgärtner von Sallach erfolgte am 27.12.1911. Dieser Anton Schupp war der erste Gefallene aus der Pfarrei im Ersten Weltkrieg (20.8.1914); die Witwe übertrug am 2.10.1918 ihrem künftigen zweiten Ehemann Leopold Fieger von Oberpeiching das Miteigentum. 1928 erneut verwitwet, führte Viktoria Fieger das Anwesen bis zur Übergabe am 7.6.1951 an ihr einziges Kind Rosalia Fieger und deren Ehemann Peter Werner aus Münster.

Anbau eines Viertels 1911 und Erneuerung des Dachstuhles 1951 sind als Baumaßnahmen festgehalten.

Nummer 28 - Schweizermaurer (ehemals Schweizer)

„Schweizer“ war um 1810 sowohl der Familien- wie der Hausname. Als Sofie Paula (von Nr. 13, ebenfalls „Schweizer“) und ihr Ehemann 1930 kauften, war der Hausname doppelt zutreffend. Zur Unterscheidung ergab sich die Erweiterung auf „Schweizermaurer“ vom Beruf des Georg Paula.

Das Anwesen erwarb Johann Schweizer am 18.9.1784 von Johannes Hirschner um 240 fl und kaufte noch Felder dazu; er war mindestens zweimal verheiratet, denn nach seinem Tod übergab die Witwe Anna Maria Schweizer am 4.8.1814 an die Stieftochter Anna Schweizer und deren Bräutigam Xaver Rößner von Daiting. Anna Rößner führte das Kleinanwesen als Witwe bis zu ihrem Tod 1865 weiter. Im Erbvergleich erwarb zunächst deren Tochter Anna Maria Rößner am 17.11.1866 die Hofstelle, um es bereits am 11.3.1867 an ihre uneheliche Tochter Ursula Rößner und deren Bräutigam Johann Stachel im Wertanschlag zu 800 fl zu übergeben. Ursula starb bereits 1868; am 16.2.1869 räumte Johann Stachel seiner zweiten Frau Maria Anna Straubmeier von Leidling das Miteigentum ein. Wenige Tage vor dem Tod des Mannes verkaufte das Paar am 16.1.1904 um 1000 M an Josef Riel (Nr. 56), der es am 18.1.1908 an Johanna Steurer veräußerte. Deren Erbin Franziska Steurer (11.11.1911) verkaufte am 1.12.1911 an Franz und Ottilie Breimair (Nr. 34) weiter. Das Ehepaar übergab zwar am 22.2.1912 mit dem „Christl“-Hof an Sohn Franz, bewohnte aber die Nr. 28 als Austragshaus. Am 6.2.1930 erfolgte der Verkauf an Georg Paula und Frau Sofie, geb. Grünwald. Deren Tochter Maria Klinger veräußerte das Anwesen 1989 an Josef und Oda Koch.

Das Haus stand früher wesentlich weiter südlich, Richtung „Angerlemann“. Der Neuaufbau von Wohnhaus mit Stadel erfolgte 1930 am Nordrand der Hofstelle. Diese Gebäude wurden beseitigt, das neue Haus wurde 1994 bezogen.

Nummer 29 - Angerlemann

Der Hausname spiegelt die Lage am uralten Dorfanger wieder und ist seit 235 Jahren unverändert.

Alois Koch hatte am 8.1.1790 das Anwesen (Wertanschlag 635 fl) von der Mutter übernommen. Er übergab am 27.1.1817 an Tochter Rosina und Schwiegersohn Joseph Forster von Aindling. Nach seinem Tod führte die Witwe Ursula (zweite Frau, seit 1831) den Hof bis zu ihrem Tod 1851. Die Geschwister übergaben am 11.7.1853 an den Bruder Alois Forster und dessen Braut Barbara Deiber von Thierhaupten, gestorben 1865. Alois heiratete wie der Vater ein zweites Mal und übertrug am 2.10.1865 das Miteigentum seiner Braut Marianne Seitzmeier. Im Tausch gegen Nr. 21 ging der Hof am 14.7.1875 an Isaak Luchs und Salomon Horn, die es sechs Tage später gegen Nr. 32 an Paul und Anna Maria Schachaneder vertauschten. Xaver und Anna Braßler von Mittelstetten kauften das Anwesen am 6.5.1892 um 5500 M einschließlich Mobilien. Am 4.11.1893 übertrug der Witwer Xaver Braßler seiner zweiten Frau Walburga Genswürger von Gempfing das Miteigentum. Am 27.4.1921 erfolgte die Übergabe an Tochter Karolina und Schwiegersohn Benedikt Gutmann aus Handzell. Benedikt Gutmann, seit 1949 verwitwet, übergab 1957 an den gleichnamigen Sohn und Schwiegertochter Josefa Braßler (von Nr. 56).

Stadel und Wohnhaus, erst 1897 beziehungsweise 1898 erbaut, brannten am 21.1.1911 ab und wurden im gleichen Jahr erneuert. Erweiterungen des Stadels fanden 1927 und 1936 statt.

Nummer 30 - Kaiser

Der Hausname ist durchgehend für 1765 bis 1928 nachweisbar.

„Durch Heirat“ hatte Josef Prosmann am 22.10.1785 das auf 300 fl veranschlagte Kleinanwesen übernommen. Nach dem Tod der Eltern erhielt das Anwesen am 29.3.1813 die Tochter Katharina und ihr angehender Ehemann Barthelme Mittelhammer durch Vertrag mit den Geschwistern. Noch dreimal änderten sich die Besitzverhältnisse durch Heirat: 1837 die Witwe Katharina Mittelhammer und ihr zweiter Ehemann Johann Michael Steinbichler von Hörzhausen, 1861 der Witwer Steinbichler und dessen zweite Frau Anna Forster von Bayerdilling und 1880 die im Jahr zuvor verwitwete Anna Steinbichler mit ihrem zweiten Ehemann Josef Kristl von Holzheim. In keiner dieser Ehen gab es Kinder, am 13.3.1884 verkauften Josef und Anna Kristl an Michael und Augusta Zörle (von Nr. 37). Diese veräußerten das Anwesen schon am 13.10.1887 an Nikolaus und Kreszenz Frey, die - zwischenzeitlich auf Nr. 45 wohnhaft - am 28.7.1900 an Tochter Anna Maria und deren Bräutigam Klemens Mayr von Bonsal übergaben. Nur wenige Wochen nach dem Tod der Frau verkaufte die Erbengemeinschaft (Witwer sowie Töchter Kreszenz und Franziska) am 5.3.1928 an Franz und Walburga Breimair, die es zum „Christl“-Anwesen nahmen und das Wohnhaus 1929 abbrachen.

Jetzt steht an der Stelle dieses Kleinanwesens das von Willi und Ulrike Breimair 1982 bezogene neue Wohnhaus.

Nummer 31 - Schiele

Bereits vor 1810 ging der 1765 überlieferte Hausname „Pfälzler“ verloren. Der damalige Familienname bürgerte sich ein und blieb bis heute als Hausname erhalten, wobei zwei alte Schreibweisen - „Schüller“ und „Schiele“ überliefert sind.

Jakob Schiele hatte 1800 von seiner Mutter Juliana um 350 fl übernommen und 1806 die Anna Maria Nagel von Bayerdilling geheiratet. Anna Maria Schiele, 1829 verwitwet, übergab am 21.6.1838 an Anton und Maria Anna Guggemoos (sie war eine geborene Nagel, wohl mit der Übergeberin verwandt und stammte von Oberpeiching). Das Ehepaar verkaufte bereits zu Lebzeiten der Übergeberin am 30.9.1843 an Leonhard und Viktoria Lämmle aus Feldheim. Die Lämmle übergaben am 18.4.1854 im Wertanschlag zu 1500 fl an Tochter Rosina und Bräutigam Michael Lentscher von Münster. Am 18.5.1857 kauften Peter Nagel (von Nr. 22) und seine Braut Walburga Gold; zu diesem Zeitpunkt lebte Austrägler Leonhard Lämmle noch. Im Anschlag zu 790 fl tauschten Martin und Walburga Schachaneder von Nr. 78 am 26.6.1867 den Hof ein, der seither in der gleichen Verwandtschaft blieb: am 28.10.1891 übergab der acht Monate vorher verwitwete Martin Schachaneder an Tochter Anna-Maria und deren Bräutigam Martin Koller von Pessenburgheim, am 23.2.1926 übernahmen Sohn Friedrich Koller und seine Braut Anna Strobl („Heinrichkarl“), 1957 übernahm deren Sohn Friedrich Koller (heiratete 1964 Josefa Rupp, die 1987 verstarb) und 1994 folgte die Übergabe an Tochter Anna Koller.

Das alte Wohnhaus wurde 1908 bis auf etwa 60 Zentimeter über Geländeniveau abgebrochen; auf den Grundmauern wurde das heutige Haus errichtet. Der Anbau nach Norden erfolgte 1922. Das Wirtschaftsgebäude ist ein Neubau von 1931 (Anbau 1950).

Nummer 32 - Häuslemann

In der Form „Häuslehansel“, unabhängig vom jeweiligen Vornamen des Besitzers, ist der Hausname im 19. Jahrhundert überliefert, seit mindestens 1930 ist die heutige Form gebräuchlich.

Michael Zieget hatte den Besitz 1783 durch Vertrag mit seinen Geschwistern um 184 fl übernommen. Am 23.4.1819 übernahmen Barbara Zieget und ihr Bräutigam Anton Stepperger von Oberpeiching und am 7.5.1858 deren Tochter Anna Maria Stepperger mit Bräutigam Paul Schachaneder (von Nr. 78). Mit Isaak Luchs und Salomon Horn von Buttenwiesen tauschten die Eheleute Schachaneder am 20.7.1875 auf Nr. 29. Am gleichen Tag erwarben Mathias und Ottilia Siebinger, bisher Nr. 21, den Hof von Luchs und Horn - so daß ein Dreiertausch „Angerlemann“ - „Brosch“ und „Häuslemann“ stattgefunden hatte. Salomon Horn wurde am 15.12.1881 erneut Besitzer und verkaufte dann 14 Tage später an den Wagnerssohn Josef Koller von Pessenburgheim und dessen Braut Viktoria Pfaffenzeller. Der 1905 verwitwete Josef Koller übergab am 7.4.1906 an Tochter Katharina und künftigen Schwiegersohn Michael Huber von Staudheim. Zum dritten Mal war mit Moses Neuburger von Ichenhausen am 3.12.1913 ein Handelsjude in den Besitz des Hofes gelangt; die Familie Huber ging nach Rain. Neuburger verkaufte am 9.12.1913 an Josef und Sofie Fischer aus Ellgau. Der seit 1944 verwitwete Fischer übergab am 12.4.1946 an Tochter Sofie und deren Bräutigam Mathäus Maier. Jetziger Eigentümer ist deren Sohn Josef Maier.

Das 1930/31 erneuerte Wohnhaus (ehemals Pessenburgheimer Straße 2) wurde im April 1997 abgebrochen, das südlich anschließende neue Wohnhaus (Pessenburgheimer Straße 4) wurde bereits vorher bezogen und ist vermietet. Baumaßnahmen am Wirtschaftsgebäude sind für 1937, 1951 (Vergrößerung) und 1962 (Erneuerung Kuhstall) im Bauarchiv eingetragen.

Nummer 33 - ehemals Schafflerweber

Der ursprüngliche Hausname „Schäffler“ (18. Jahrhundert) war spätestens 1810 auf „Schäfflerweber“ durch den hier ansässigen Handwerker erweitert worden. 1858 war die Weberei nicht mehr vorhanden. Der Hausname „Schäfflerweber“ hielt sich bis 1927, setzte sich danach aber weder für die auf Nr. 8 gezogene Familie Spies noch für die Nachfolger auf Nr. 33 durch.

Maria Betz übergab am 26.1.1810 an Sohn Joseph Betz das Anwesen mit „halb gemauertem und halb gekleibtem Wohnhaus mit hölzernem Stadel und Stallung unter einem Dach“. Am 5.9.1845 erfolgte die Übergabe an Sohn Alois und dessen Braut Franziska Schaller. Am 6.2.1860 wurde der künftige Ehemann der seit 1858 verwitweten Franziska, Mathias Maier von Schönesberg, Miteigentümer. Nach dem Tod von Mathias (1870) und Franziska Maier (1883) bestand über zwei Jahre eine Erbengemeinschaft der fünf erwachsenen Kinder; Hofnachfolger wurden durch Vertrag vom 2.11.1885 der älteste Sohn Andreas Maier und dessen Braut Theres Fürst von Staudheim. Andreas, seit 1897 verwitwet, übertrug am 31.8.1898 seiner zweiten Braut Rosina Moll das Miteigentum. Am 2.11.1926 erfolgte die Übergabe an Tochter Rosina und Bräutigam Martin Spies von der Neumühle bei Grimolzhausen. Die Ehegatten Spies tauschten am 10.3.1927 mit der Prügelbrauerei Augsburg auf Nr. 8, wobei sie die Grundstücke behielten. Die Brauerei zog Felder vom „Neuwirt“ auf diese Hofstelle und verkaufte am 22.3.1927 an Anna Genswürger. Das Anwesen ging innerhalb der Familie durch mehrere Hände: 10.1.1928 Johann Gutmann und Ehefrau Anna, geb. Genswürger, 8.5.1928 Josef Genswürger, 29.8.1828 Miteigentum für die künftige Frau Franziska Brunner, 24.11.1930 wieder Johann und Anna Gutmann. Schließlich kam es zur Zwangsversteigerung, bei der Moses Neuburger, Kaufmann in Augsburg, am 23.8.1932 den Besitz erwarb. Am 29.8.1932 kauften Martin und Kreszenz Bosch gegen Nr. 94 1/5 in Burgheim, wo sie nur kurzfristig waren. Sohn Georg Bosch verkaufte das Haus ohne Felder 1979 an Josef und Paula Grasheu, nachdem er mit seinen Eltern einen Neubau an der Paartalstraße bezogen hatte.

Das Anwesen brannte am 16.9.1932 - Bosch war Eigentümer, aber noch nicht eingezogen - ab und wurde vollständig neu aufgebaut. Im Seitenbau wurde zeitweise (um 1960) eine Krämerei betrieben.

Nummer 34 - Christl

Der Hausname, bis ins 19. Jahrhundert in der Form „Christelpeter“, läßt sich in seinem Kern seit nahezu 250 Jahren nachweisen. Weibliche Vorfahren mitgerechnet, sind die Breimair seit über 230 Jahren ansässig.

Peter Weis, schon 1765 als Eigentümer aufgeführt, übergab am 6.6.1799 das Anwesen an seine knapp 19 Jahre alte Tochter Theresia und deren Bräutigam Jakob Sandmayr, 23 Jahre, von Bayerdilling (vermutlich „Küglebauer“). Tochter Maria Anna Sandmayr und ihr Bräutigam Gallus Breimair erhielten das Anwesen am 26.1.1842. Maria Anna führte den Hof als Witwe von 1863 bis 1870, um am 29.4.1870 in vierter Generation an Sohn Franz und dessen Braut Ottilia Pfaffenzeller von Sparmannseck zu übergeben. Am 22.2.1912 folgte deren Sohn Franz mit Braut Walburga Pest von Echsheim. Franz, seit 1946 verwitwet, übergab am 14.11.1949 an den erst in jenem Jahr aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Sohn Josef Breimair und dessen Braut Sofie Sedlmair von Pessenburgheim. Durch den plötzlichen Tod von Vater (25.2.1962) und Mutter (15.5.1962) wurde in siebter Generation die Erbengemeinschaft der sechs minderjährigen Kinder Sofie, Josef, Franz, Willibald, Leonhard und Matthias Breimair Eigentümer. Onkel Matthias verwaltete den bis 1979 an Josef und Paula Grasheu verpachteten Besitz, die Kinder kamen bei Verwandten unter. Der Feldbesitz wurde um 1979 weitgehend verkauft, das Haus verblieb bei der Erbengemeinschaft (jetzt Austrag für den Onkel Franz Breimair).

Der nach Brand vom 26.4.1945 (Tieffliegerbeschuß) wieder aufgebaute Stadel wurde 1980 für den Wohnhausneubau von Willibald Breimair beseitigt. Das jetzt alte Wohnhaus wurde 1958 bezogen.

Nummer 35 - Schleicher

Zusätzlich zum alten Hausnamen „Schmidjörgl“ ist bereits 1810 der heutige Hausname notiert. Abgeleitet ist er von Andreas Schleicher, der nur sechs Jahre Besitzer war, aber noch weitere 34 Jahre als Austrägler hier lebte.

Andreas Schleicher, aus der Steiermark stammend, hatte 1799 wohl eine Witwe geheiratet und am 1.2.1804 das Anwesen durch Tausch mit Alois Nagel und Aufzahlung von 500 fl erworben. Bereits am 21.2.1810 übergab er an die Stieftochter Maria Anna Eisele und deren Bräutigam Franz Bauer von Münster. Bis zur nächsten Übergabe sollte es fast 81 Jahre dauern, denn es wurde insgesamt viermal geheiratet. Das einzige Kind (Sohn) aus erster Ehe starb 26jährig kurz nach dem Vater und in der zweiten Ehe gab es keine Kinder mehr. Die Witwe Maria Anna Bauer übertrug am 22.4.1840 an Bräutigam Erasmus Wagner von Osterzhausen das Miteigentum. Wagner führte das Anwesen ab dem Frühjahr 1859 als Witwer und ab 15.2.1861 mit seiner zweiten Frau Adelgunde Stegmayer von Reicherstein. In dieser Ehe wurde der Hofnachfolger geboren. Schließlich vermählte sich die „frisch verwitwete“ Adelgunde Wagner 1867 mit Joseph Arnold. Arnold war schließlich 57 Jahre jünger als Franz Bauer (erste Ehe dieser Serie). Am 20.8.1891 erfolgte die Übergabe an Michael Wagner und dessen Braut Walburga Martin von Kunding. Ihr Sohn Alois Wagner und Braut Maria Wolf von Hagenheim übernahmen am 27.5.1920. Nächste Hofbesitzer waren ab 1956 Tochter Walburga Wagner und deren Ehemann Nikolaus Gritschneder (von Nr. 92). Seit 1982 betreiben Nikolaus Gritschneder jun. und Frau Ursula, geb. Mertl, das Anwesen.

Das Wirtschaftsgebäude brannte zweimal ab - bei einer merkwürdigen Datumskonstellation: am 16.9.1932 und genau 32 Jahre später am 16.9.1964. Beim ersten Mal griff das auf Nr. 33 ausgebrochene Feuer durch eine Gerstengarbe an der Lüftungsjalousie über, noch ehe die Feuerwehr eingetroffen war, der zweite Brand entstand durch Selbstentzündung im Heustock. Das frühere Wohnhaus wurde 1924 auf den alten Grundmauern fast vollständig erneuert. Das neue wohnhaus wurde 1974 bezogen.

Nummer 36 - Bader (ehemals Bachmichl)

Der uralte Hausname „Bachklas“ beziehungsweise „Bachmichl“ (blieb unter Paul und Alois unverändert) verlor sich mit dem Weggang der Familie Zinnagl auf den Pfaffenbauernhof 1929. Hier bürgerte sich der bisherige Hausname des neuen Besitzers Riehl (bis 1928 auf Nr. 74) ein.

Am 10.10.1801 hatte Alois Zinnagl von seinem Vater für 900 fl übernommen. Franziska Zinnagl, geb. Lang, seit 21.1.1844 verwitwet, übergab am 20.5.1846 an Sohn Paul und angehender Schwiegertochter Franziska Breimair. Die bereits hochbetagten Ehegatten übergaben am 1.3.1893 an Sohn Alois und dessen Braut Adelgunde Wagner (von Nr. 35). Alois, seit einem Jahr Witwer, räumte am 13.1.1909 seiner zweiten Frau Franziska Schmid von Wiesenbach das Miteigentum ein. Am 21.9.1928 tauschte das Ehepaar im Wert zu 6000 M an Johann und Kreszenz Kaiser von Nr. 19, die am 26.9.1928 bereits an Josef und Franziska Riehl von Nr. 74 weitertauschten. 1953 erfolgte die Übergabe an Georg Riehl und dessen Braut Anna Karl von Hausen (verstorben 1959), 1960 wurde die zweite Frau Franziska Paula von Eiselsried Miteigentümerin. 1987 erfolgte die Übergabe an Sohn Georg und dessen Frau Anni, geb. Stuber.

An das frühere Wohnhaus (um 1860/70) wurde 1890 eine Austragswohnung angebaut; 1922 wurde es erweitert. Stall, Stadel und Remise sind von 1899 und wurden 1948 nach Norden erweitert (mit Steinen aus Ingolstadt). Das neue Wohnhaus wurde am 11.5.1974 bezogen, die Garagen auf dem Platz des 1975 abgebrochenen alten Wohnhauses wurden 1979 errichtet.

Nummer 37 - Schreiner

Der erste Hausname „Knollschmid“ war bereits 1810 von der Bezeichnung „Schreiner“ verdrängt, die sich bis heute gehalten hat - obwohl ein entsprechender Handwerksbetrieb schon 1858 nicht mehr nachgewiesen ist.

Bartholomäus Zörle (auch Zerle), Tischler und Landwirt, übernahm das Anwesen am 14.2.1805 von seinem Vater Josef um 700 fl. Er hatte ein „von Holz und Leim gemachtes Wohnhaus“ und ein separates Wirtschaftsgebäude. Bartholomäus übergab am 27.7.1835 an Tochter Josefa und Schwiegersohn Anton Ruisinger von Unterbaar; nach dessen Tod übertrug die Witwe am 21.5.1844 ihrem zweiten Ehemann Ignaz Scherer von Thalhausen das Miteigentum. Scherer wiederum heiratete 1849 in zweiter Ehe Thekla Weh von Unterpeiching. Vom Ehepaar Scherer kauften am 2.3.1853 die ledig gebliebenen Geschwister von Josefa Zerle (verh. Ruisinger und Scherer, gest. 1849) namens Michael, Blasius, Walburga (gest. 1857) und Franziska (gest. 1860) um 1100 fl. Scherer ging auf Nr. 95, dann 92; um 1865 zog er von Bayerdilling weg. Seit 24.11.1860 waren nach dem Tod beider Schwestern nur noch die Zerle-Brüder als Besitzer eingetragen. Unmittelbar nach dem Tod von Blasius verkaufte Michael Zerle am 24.7.1882 an den gleichnamigen Neffen (unehelicher Sohn der Walburga) und dessen Verlobte Auguste Balleis. Mit dem Kauf durch Josef Grünwald (vom „Hösle“) und dessen Braut Walburga Koller („Hinterwanger“) am 5.3.1884 begann die heutige Familientradition. Im Todesjahr der Frau übergab der Witwer Josef Grünwald an Tochter Franziska und deren Bräutigam Michael Hegenauer von Wallerdorf (22.8.1916). 1962 übernahmen Tochter Franziska und Ehemann Franz Lutz (gebürtig von Belzheim), die ein Anwesen in Rischgau bewirtschaftet hatten und 1964 hierher zogen. 1975 übergab das Ehepaar Lutz an Tochter Josefine und Schwiegersohn Franz Roßmann von Feldheim.

Scheune mit Rinderstall wurden 1960 gebaut, das Wohnhaus 1963, die Maschinenhalle und der Schweinestall 1965.

Nummer 38 - Schwabpeter

Der Hausname „Schwab“, meist zusammen mit dem Besitzervornamen, ist seit 1765 auf diesem Anwesen.

Anton Schreiner übernahm am 16.6.1809 von seinem Vater Michael um 500 fl. Anton Schreiner, dessen Sohn für das Priesteramt studierte, mußte aus nicht geklärten Gründen verkaufen und fortan als Taglöhner arbeiten; Erwerber war am 20.8.1844 Alois Kraner, der schon am 16.1.1845 an Lorenz Ottillinger und dessen Braut Maria Anna Ruisinger, beide von Holzkirchen, verkaufte. Am 27.10.1853 kauften Peter Landes von Sulz („Schäfer“) und seine Frau Anna (geb. Wittmann, „Mozer“) um 2300 fl das Anwesen; das Ehepaar war zuvor in Thierhaupten ansässig. Seit dem Tod der Frau war Sohn Peter Landes Miteigentümer (11.6.1888). Am 28.10.1897 übernahm der Sohn den Alleinbesitz, Miteigentümerin wurde am 29.3.1898 die Braut Franziska Mair von Pessenburgheim. Die seit 1926 verwitwete Franziska Landes übergab am 7.6.1946 an Sohn Peter und Schwiegertochter Christine Grünwald („Schweizer“). Die Witwe Christine Landes, seit 29.12.1977 Alleigentümerin, setzte testamentarisch ihren Neffen Hermann Berger als Eigentümer ein; sie ist 1995 verstorben.

Baumaßnahmen an Stadel mit Stall sind 1924 und 1928 (Zimmereinbau im östlichen Trakt) überliefert, das Maschinenhaus wurde 1904/05 errichtet. Das Wohnhaus wurde nach Zerstörung am 26.4.1945 im Folgejahr wieder aufgebaut.

Nummer 39 - Binder

Der Hausname läßt sich bis ins Jahr 1765 zurückverfolgen.

Georg Koller hatte den Hof am 11.6.1785 von seiner Mutter Appollonia Koller für 886 fl übernommen. Seine Witwe verkaufte am 28.8.1815 an Georg Popp von Mittelstetten. Nach dem Tod der Frau übergab der Witwer, der vermutlich keine lebenden Abkömmlinge hatte, am 22.10.1857 an die Base Kreszenz Popp von Mittelstetten und deren Bräutigam Paul Ruisinger von Pessenburgheim. Der Witwer Paul Ruisinger, seit 1878 Alleineigentümer, übergab am 25.4.1887 im Wertanschlag zu 12 000 M an Tochter Anna und deren Bräutigam Johann Haberl („Pestbauer“). Am 21.4.1892 räumte der verwitwete Johann Haberl seiner zweiten Braut Kreszenz Paula von Sallach das Miteigentum ein. Das Ehepaar ging zum „Besch“ nach Nördling und verkaufte am 15.5.1912 ohne Mobiliar um 25 300 M an die Bayer. Zentraldarlehenskasse in München. Diese veräußerte am 26.6.1912 um 18 500 M (mit verändertem Feldbesitz) an Josef Riel („Kramer“) und dessem Braut Therese Baumann von Überacker. Therese, seit 1916 Kriegerwitwe, räumte am 10.2.1920 ihrem künftigen zweiten Ehemann Johann Kruck von Neukirchen das Miteigentum ein. Nach dem Tod von Vater (1943) und Mutter (1948) erbte Therese Kruck den Hof allein, da ihre beiden Stiefbrüder gefallen beziehungsweise vermißt waren. Am 7.1.1949 wurde ihr künftiger Ehemann Johann Schoder von Riedheim Miteigentümer. 1985 erfolgte die Übergabe an Sohn Michael Schoder und dessen Ehefrau Sophia, geb. Schimmel. Nach drei Übergaben an weibliche Verwandte (Kreszenz Popp, Anna Ruisinger, Therese Kruck) übernahm damit nach genau 200 Jahren erstmals wieder ein Sohn das „Binder“-Anwesen von den Eltern.

Größere Baumaßnahmen auf dem Hof waren: Stall und Stadel 1893, Stadel 1907 und Anbau 1909, Stallbauten 1951, 1957, 1967 und 1995 sowie Wohnhausneubau 1961/62.

Nummer 40 - Zacherla

Der „Zacherla“ gehörte einst zu den „halben“ Höfen. Die Form „Zacherle Bauer“ ist nur einmal 1810 überliefert, der Hausname blieb dennoch wie bei fast allen größeren Anwesen seit 1765 unverändert.

Jakob Golling, seit 21.6.1791 Besitzer, heiratete ein und gab den Übernahmewert mit beachtlichen 3000 fl an. Er verkaufte im August 1828 um 3683 fl an Quirin und Genovefa Rechner von Staudheim. Kurz vor dem Tod der Frau übergab das Ehepaar am 12.4.1852 an Tochter Walburga, die - damals eine Seltenheit - über ein Jahr selbst wirtschaftete und am 5.7.1853 ihrem Bräutigam Rupert Strobl von Allmering das Miteigentum übertrug (Wert nun 8000 fl). Beim Ehevertrag des Witwers Strobl mit der zweiten Braut Josefa Degenmayr (Kastlmühle bei Sinning) am 20.7.1859 wurde der Wert bereits mit 16 000 fl angegeben. Am 13.1.1863 tauschten Josef Edle und Josef Staltmann Haus und Hof gegen Nr. 18 für 1500 fl ein. Den Grundbesitz mit 108 ½ Tagwerk, darunter das „Zacherlholz“, nahm das Ehepaar Strobl mit auf das neue Anwesen. Ebenfalls am 13.1.1863 verkauften Edle und Staltmann das neue „Zacherla-Anwesen“ (mit Feld von Nr. 18) um 15 000 fl an Josef Landes, bisher „Schäfer“ zu Sulz. Von diesem kauften am 19.5.1869 die Gebrüder Samuel und Seligmann Goetz (München/Augsburg) um 14 600 fl; Landes ging als Wirt nach Lechsend. Die Gebrüder Goetz verkauften viel Feldbesitz anderweitig, der Restbesitz ging am 3.8.1869 um 3100 fl an „Neuwirt“ Georg und Juliana Oßwald. Am 22.3.1871 kaufte um 4370 fl der Handelsmann Sa|omon Horn von Buttenwiesen und vertauschte zwei Tage später die Hofstelle im Wert zu 1250 fl an die Gütlerseheleute Michael und Ottilie Haberl von Nr. 52. Sohn Michael Haberl, bereits seit dem Tod des Vaters im Dezember 1887 Besitzer des Hälfteanteiles, übernahm am 25.9.1889 von der Mutter und räumte seiner Braut Franziska Hirschinger von Reicherstein das Miteigentum ein. Der Witwer Michael Haberl, seit 1912 Alleineigentümer, übergab am 16.1.1926 an Sohn Thomas und Braut Rosalia Bleitzhofer von Münster. 1957 übernahmen Sohn Joseph und Schwiegertochter Walburga Martin von Kunding das Anwesen, im Dezember 1988 erfolgte die Übergabe an Sohn Joseph, der in fünfter Familiengeneration den Betrieb führt.

Stadel und Remise wurden nach dem Brand vom 17.3.1907 neu aufgebaut, der Wohnhausneubau erfolgte 1965.

Nummer 41 - Küglebauer

Der Hausname ist mindestens 250 Jahre alt, seltener ist die Form „Kieglebauer“ niedergeschrieben.

1765 war Mathias Sandmayer der Hofbesitzer. Am 23. November 1773 übernahm Joseph Sandmayer den Hof von seiner Mutter im Wertanschlag zu 3000 fl. Der Anwesensbeschrieb 1810 lautete: „Gemauertes Wohnhaus mit hölzernem Stadel und Stallung, dann ein gemauertes Bachhaus und Schweinestall“. 18 Jauchert Wald besaß Josef Sandmayer schon bei der Übernahme, 12 Jauchert, die an den „Schergenschlag stoßen“, erwarb er 1805 von der Forstkommission aus den ehemals Kloster Niederschönenfelder Besitzungen dazu. Am 2.11.1814 übernahmen Sohn Mathias Sandmayer und dessen Braut Anna Maria Bleimayr von Oberpeiching. Erst 86 Jahre später war die nächste Hochzeit auf diesem Anwesen, denn der Übernehmer Josef Sandmayer (7.4.1854 für 8000 fl) blieb ledig. Am 28.9.1898 wurde der Neffe Augustin Augustin vom Stelzhof als Erbe gerichtlich bestätigt und arbeitete vermutlich schon vorher auf dem Hof. Die Mutter des Erben, Theresia Augustin (geb. Sandmayer), war als Witwe bereits auf den heimatlichen Hof zurückkehrt und starb hier 1897. Augustin Augustin übertrug am 22.9.1900 seiner Braut Magdalena Wünsch („Bachbauer“) das Miteigentum. Magdalena Augustin starb 1911 an Krebs (wie ein Jahr später auch die Nachbarin Haberl). Augustin Augustin heiratete nicht mehr; für Haushalt und Kindererziehung kam die ledig gebliebene Schwester Franziska Augustin auf den Hof und blieb zeitlebens. Die Übergabe an den gleichnamigen Sohn Augustin Augustin und Schwiegertochter Josepha Raba von Ehekirchen erfolgte am 3.6.1939. 1973 übernahmen Sohn Willibald und Schwiegertochter Annemarie Hofgärtner von Sallach den Hof und führen ihn in mindestens 235jähriger Familientradition Sandmayer/Augustin.

Die heutige Scheune ist bereits der vierte Bau dieses Jahrhunderts, denn die Vorgängergebäude brannten am 17.3.1907 (Ursache unbekannt), 27.9.1938 (Kurzschluß) und 26.4.1945 (Tieffliegerbeschuß) ab. Das alte Wohnhaus war anläßlich der Heirat 1900 vergrößert worden, 1937 wurde ein Austragshaus errichtet. In den vergangenen 40 Jahren wurden die Wirtschaftsgebäude den Anforderungen entsprechend mehrfach vergrößert, zuletzt durch Maschinenhallen (1980/86). Das neue Wohnhaus wurde 1966 bezogen und 1995 aufgestockt (Dachgeschoß).

Nummer 42 - Schafferla

Der erste überlieferte Hausname „Schreinerpeter“ war schon 1810 durch den heutigen Hausnamen abgelöst. Der Schäffler-Beruf wurde auf jeden Fall von Joseph Lenz, Besitzer von 1801 bis 1837, ausgeübt; sein Sohn Jakob ist 1858 nicht mehr bei den Gewerbetreibenden verzeichnet.

Mit sieben Generationen Familienbesitz ist der „Schafferla“ einer der wenigen kleineren Höfe, bei denen über diese lange Zeit kein Verkauf erfolgte. Joseph Lenz übergab am 16.11.1793 an den gleichnamigen Sohn für 700 fl. Am 4.8.1837 übernahmen Sohn Jakob Lenz und seine Braut Walburga Lanz von Wallerdorf, die vierte nachweisbare Generation war deren Sohn Kaspar Lenz mit Braut Franziska Landes von Oberbaar (2.4.1868, Wertanschlag 3600 fl). Am 9.10.1907 übernahm Sohn Kaspar Lenz mit Braut Maria Stegmayer von Pessenburgheim (Wertanschlag 14 560 M einschließlich Mobiliar). Nächste Generation waren Sohn Sebastian Lenz und dessen Ehefrau Franziska (geb. Lohner, von Münster); sie übernahmen am 11.8.1942. In siebter Generation sind Tochter Barbara (verstorben 1997) und ihr Ehemann Emmeran Herb von Bertoldsheim die Anwesensbesitzer.

Der Stadel wurde unmittelbar nach dem Brand vom 8.2.1933 wieder aufgebaut, die Stallerweiterung erfolgte 1974. Das Wohnhaus ist ein Neubau von 1970/71.

Nummer 43 - Lefin (Hefenmartl)

Der zusammengesetzte Hausname ist seit 1810 nachweisbar, wobei im zweiten Teil nur die Vornamen Hans (vermutlich von Johann Bader, 18. Jahrhundert) bis nach 1860 und dann Martl (von Martin Ottmann, 1858-1892) geläufig waren. Seit den 1960er Jahren ist der Familienname Lefin als Hausname geläufiger als die uralte Bezeichnung.

Mathias Hießinger, Besitzer im Jahr 1810, hatte hier eingeheiratet; er hatte ein nur zum Teil gemauertes Haus mit Stadel und Stall unter einem Dach und einen Anwesenswert von 500 fl. Am 8.3.1821 gelangte Kaspar Schiele durch Heirat der Witwe Ursula Hießinger in den Besitz des Anwesens, starb aber bald, vermutlich anfangs 1824. Ursula Schiele (geb. Braun von Illdorf) heiratete noch zweimal, und zwar Jakob Etsberger von Wengen am 21.9.1824 und Joseph Zach von Burgheim am 11.3.1844. Letzterer, seit zwei Jahren verwitwet, verkaufte am 16.7.1858 an Martin und Theresia Ottmann (bisher Nr. 54). Am 16.3.1892 kaufte Josef Stöckl das Anwesen um 9000 M und veräußerte es bereits am 2.5.1892 für 8900 M einschließlich Mobiliar an Josef Lefin von Haselbach, der am 20.6.1892 seiner Braut Kreszenz Grünwald von Münster das Miteigentum einräumte. Die Witwe Kreszenz Lefin, die das Kleinanwesen seit 1918 geführt hatte, übergab am 11.10.1927 an den Sohn Rupert und dessen Braut Kreszenz Gietl aus Echsheim. 1962 - im Jahr nach dem Tod von Rupert Lefin - heirateten Tochter Maria Lefin und Stefan Förg, die seither Anwesensbesitzer sind.

Das alte Wohnhaus (jetzt Nebengebäude) dürfte schon vor der Jahrhundertwende entstanden sein, ebenso der Kern des Wirtschaftsgebäudes, jedoch wurde wiederholt renoviert und erweitert (Getreidespeicher 1941, Anbau Nebengebäude 1962, Maschinenhalle 1966). Das neue Wohnhaus wurde 1969 errichtet.

Nummer 44 - Letter

Der Hausname ist seit 1765 im Kern unverändert geblieben; er ist in der zeitlichen Reihenfolge unter anderem mit „Lötterle“, „Ledder“ und „Letter“ überliefert.

Melchior Zieget hatte den Besitz am 26.1.1802 durch Vertrag mit den Geschwistern für 500 fl übernommen. Er hatte laut Beschreibung ein Kleinanwesen mit „zum Teil gemauertem, zum Teil gekleibtem Wohnhaus nebst hölzernem Stadel und Stallung unter einem Dach“. Die Witwe Zieget übergab am 26.2.1825 „anstelle eines Heiratsgutes“ an Joseph Koller von Straß (vermutlich Schwiegersohn). Walburga Koller, wohl dessen Witwe, verkaufte genau drei Jahre später an Anton Lödl. Er wurde hier am Ortsrand auch nicht glücklich und verkaufte schon am 22.9.1832 an Johann Ehrentreich von Rain um 865 fl; Anna Maria Hintermayr von Stadel heiratete 1837 ein. Nach dem Tod von Johann Ehrentreich übertrug sie am 29.4.1848 ihrem zweiten Mann Georg Forster das Miteigentum. Die Tochter Franziska Forster und ihr Bräutigam Josef Gebhardt von Etting übernahmen am 14.7.1871 für 3250 fl. Der Witwer Josef Gebhardt übertrug am 6.8.1890 das Miteigentum seiner zweiten Braut Franziska Mack von Gempfing, die nach einjähriger Ehe schon starb. Josef Gebhardt führte nun den Hof bis zur Übergabe an Sohn Michael (aus 1. Ehe) und dessen Braut Rosalie Utzmeir von Bergendorf am 10.10.1908 allein weiter. Am 10.11.1930 erwarb Anna Utting durch Tausch das Anwesen und verkaufte bereits am 20.11.1930 um 11 000 GM an Anton Geier weiter, der am 13.12.1930 seiner Braut Ursula Schaller das Miteigentum einräumte (beide Ehegatten stammten aus Wallerdorf). Die Übergabe an Sohn Johann und Schwiegertochter Kreszenz Heider von Münster erfolgte 1959.

In der Nachkriegszeit fanden folgende größere Baumaßnahmen statt: Wiedererrichtung einer Feldscheune 1946, wohnhaus 1949 (vom „Kopfgeld“ der Währungsreform wurden die ersten Steine gekauft; das Haus wurde 1982 bereits wieder abgebrochen), Scheune mit Stallung 1961 und neues Wohnhaus 1975/76.

Nummer 45 - Riß (ehemals Hafnerschuster)

Der mindestens seit 1810 geläufige Hausname „Hafnerschuster“ verschwand in der Zeit zwischen den Weltkriegen aus dem Volksmund; als neue Bezeichnung bürgerte sich der Familienname des Besitzers ein.

Am 13.8.1806 hatte Stephan Straßer um 130 fl einen Teil der Hofstelle an Carl Stegmayer verkauft; diese Abtrennung ist anfangs mit Nr. 45b, später mit Nr. 84 in den Steuerbüchern verzeichnet. Den Hauptteil des Anwesens verkaufte Stephan Straßer am 11.1.1809 um 500 fl an Vitus Bailer aus Sallach und gründete Nr. 85. Bailer besaß 1810 „ein gekleibtes Wohnhaus mit Stall und Stadel unter einem Dach“, Stegmayer, Hausname „Pechler“, auf Nr. 45b hatte „ein ganz von Holz und Leim gemachtes Wohnhaus“ - beide hatten einfachste Wohnungen! Bailer übergab Nr. 45 am 28.7.1826 an Tochter Marianne und Schwiegersohn Joseph Eser von Riedheim um 770 fl. Joseph Eser kaufte am 14.7.1834 von Carl Stegmayer die Nr. 84, so daß der Besitz wieder in einer Hand war. Marianne Eser verkaufte noch im Todesjahr des Mannes am 21.11.1870 um 1600 fl an Salomon Horn von Buttenwiesen, der es am 6.12.1870 an den Dienstknecht Mathias Hufnagel (von Nr. 74) und dessen Braut Marianne Rottmann von Wallerdorf veräußerte. Die kinderlose Witwe Marianne Hufnagel verkaufte wenige Monate nach dem Tod des Mannes am 31.3.1892 an die Maurersehefrau Barbara Mayr von Mertingen. Deren Witwer Andreas Mayr übergab am 8.10.1895 an Kreszenz Mayer und deren Bräutigam Anton Josef Wengenmayer, die allerdings schon im Folgejahr nach Lauingen zogen. Am 11.8.1897 steigerte die Pfarrkirchenstiftung Bayerdilling den Hof im Zwangswege um 550 M ein, um es am 31.12.1897 für 800 M an Nikolaus Frey von Nr. 30 zu veräußern. Dessen Witwe Kreszenz, seit 18.6.1904 Alleineigentümerin, verkaufte am 20.8.1904 um 1300 M an Kaspar und Maria Riß von Staudheim - nun kam Kontinuität in die Besitzverhältnisse. Das Ehepaar Riß übergab am 8.2.1932 an Tochter Maria und deren angehenden Ehemann Jakob Hermann von Hütting. 1962 erfolgte die Übergabe an Tochter Frieda und deren Ehemann Vitus Probst von Münster (verstorben 1975).

Folgende Baumaßnahmen sind verzeichnet: Stadel 1922, Schweinestallbauten 1926 und 1956, Verlängerung Wirtschaftsgebäude 1950, Maschinenhalle 1968 sowie An- und Umbauten des alten Wohnhauses 1917/23. Das neue wohnhaus wurde 1965 bezogen.

Hinweis:

Die Erläuterung zur Bayerdillinger Haus- und Hofgeschichte findet sich am Ende des Kapitels "Die alten Anwesen 46 - 95.